Nachdem wir unsere Musical-Highlights für das Jahr 2016 schon vorgestellt haben, will ich euch meine (nicht ganz so ernst gemeinten) Vorsätze für das neue Jahr nicht vorenthalten.

Nicht mehr so oft im Musicalzentrale-Forum rumhängen

Nachdem die großen deutschen Musical-Foren in den letzten Jahren nach und nach ausgestorben sind und mir für ernstzunehmende Musicalbeiträge eigentlich nur noch das Forum der Musicalzentrale übrig blieb, ist jenes meine erste Anlaufstelle bei Langeweile geworden. Neben ausschweifenden und hitzigen Diskussionen, die manchmal sogar wirklich was mit dem Thema Musical zu tun haben, wird man hier immer als erstes informiert, wenn es Neuigkeiten in der nationalen und internationalen Musicalwelt gibt. Vor allem ersteres führt dazu, dass man sich plötzlich länger als geplant und notwendig im Forum herumtreibt und den Diskussionen gebannter folgt, als jeder Vorabend-Soap bei RTL.

Weniger Stunden vor illegalen Youtube-Videos sitzen

Man kann nicht alle Musicals besuchen und genauso wenig kann man alle Besetzungen in einem Musical in allen möglichen Konstellationen sehen. Es gibt bestimmt ein paar Leute da draußen, die sich schon 100x „Tarzan“ angesehen haben, aber für die Normalsterblichen, die das weder können noch wollen, wurde Youtube erfunden. Da will man sich nur eben schnell den Auftritt von „Love never dies“ in der Helene-Fischer-Show ansehen und schon hat man bei den vorgeschlagenen Videos einen illegalen Live-Mitschnitt von „Mozart!“ aus Wien gefunden und Stunden später sieht man sich dann mit Begeisterung die Neunt-Besetzung des Luigi Lucheni in der „Elisabeth“-Produktion von 2001 in Essen an. Da man seine Meinung über irgendwelche Zweitbesetzungen von Produktionen, die länger als 10 Jahre her sind, nicht mal in der Musicalzentrale kundtun könnte, ist das jedoch Zeit, die man lieber in Schlaf oder Privatleben stecken sollte.

Meinen Lieblings-Musical-Star an der Stage Door ansprechen

Hier kommt die flammende Motivation für alle, die sich nicht trauen, ihren Lieblings-Musical-Star an der Stage Door anzusprechen und dies schon lange tun wollen: Tut es! Das ist euer Jahr! Und redet doch auch mal mit den anderen Leuten, die dort so rumstehen – womit wir zu meinem nächsten Punkt kommen.

Neue Freunde suchen, die einen freiwillig(!) ins Musical begleiten

Irgendwann gehen einem dann doch die Freunde aus, wenn „Elisabeth“ in der Stadt gastiert und man zum fünften Mal das Theater stürmt und immer einen anderen Freund mitnimmt, dem man dann erzählt, dass man das Stück zum ersten Mal sieht. Am einfachsten wäre natürlich ein Freund, der freiwillig so oft mit ins Musical geht und der dann praktischerweise noch in allen Dingen der gleichen Meinung ist wie man selbst, schließlich will man die Pause nicht damit verbringen, darüber zu diskutieren, ob Mark Seibert oder Uwe Kröger der beste Tod ever, ever, ever ist… Da wir jedoch in keiner Traumwelt leben, müssen eben neue Freunde her, die hin und wieder gerne ins Musical gehen und vielleicht ist ja irgendwann der Partner fürs Leben dabei. Wenn du deinen Partner-in-Musical-Crime bereits gefunden hast, gratuliere ich dir natürlich herzlich.

Weniger Musical-Tassen beim Merchandising-Stand kaufen

So viele Premieren, so viele neue Shows, so viele neue Tassen, Magnete, Taschen, Programmhefte, die wir zu völlig überteuerten Preisen erwerben können. Ja, die Versuchung ist groß, aber eben größer als unsere Küchenschränke und so viel Kaffee kann der eingefleischte Musical-Fan im Jahr nicht trinken, wie er Musical-Tassen im Schrank hat. Daher spreche ich für dieses Jahr ein Musical-Tassen-Kaufverbot aus. Es dürfen natürlich gerne ein paar alte Tassen entsorgt werden, frei nach dem Motto „Habt ihr immer noch alle Musical-Tassen im Schrank?“.

Wieder mehr CDs kaufen

Das Geld, das wir uns für die Musicaltassen sparen, kann dann wiederum sinnvoll in CDs gesteckt werden. Nachdem bei Spotify inzwischen fast alle alten sowie neuen Musical-CD´s zu finden sind und das nichts bzw. wenig kostet, haben letztes Jahr sicher viele von euch auf den Kauf von CDs verzichtet und lieber bei dem Musik-Streaming-Dienst alles rauf und runter gehört. Daher wollen wir im nächsten Jahr Besserung geloben! Denn die richtig guten Aufnahmen sollte man doch immer noch greifbar und samt Booklet zuhause im Regal stehen haben. Den Künstlern und Produzenten zuliebe, die den Hörgenuss erst ermöglicht haben und von Spotify leider viel zu schlecht entlohnt werden.

Noch einmal „Mozart!“ sehen

Ja, wir bei Kulturpoebel.de haben das Stück geliebt und ja, wir sind unendlich traurig, dass es nach so kurzer Zeit wieder verschwindet und dann auch noch für „Ich war noch niemals in New York“ weichen muss. Daher steht bis zum 20. März 2016 noch mindestens eine Reise nach Wien ins Raimund Theater an, bevor das Stück wieder für 20 Jahre in der Versenkung verschwindet.

Komplette Erstbesetzung bei einer Stage Entertainment-Produktion erleben

Viele halten es für einen Mythos, ein paar Glückliche haben es (angeblich) schon erlebt und andere sind der Meinung, dass es nur an besonderen Abenden passiert wie bei Premieren oder wenn der Vollmond auf einen Freitag, den 13. trifft. Jedenfalls habe ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr zu den Glückspilzen zu gehören, die eine komplette Erstbesetzung in einer Produktion von Stage Entertainment erwischen – selbst wenn ich mich dafür nach dem Mondkalender richten muss!

Mindestens einmal nach London fliegen!

Nachdem ich letztes Jahr den New Yorker Broadway unsicher gemacht habe, musste meine alljährliche Reise nach London leider ausfallen. Deswegen ist meine Liste der „Muss-ich-unbedingt-sehen“-Stücke nun doppelt so lange als sonst und muss dringend abgearbeitet werden. Daher wird es dringend Zeit für einen Ausflug in die britische Hauptstadt und wenn ich mir anschaue, welche Shows dieses Jahr schließen („Miss Saigon“, „Billy Elliot“) und welche neu ins West End kommen („Aladdin“, „School of Rock“), werden es mit etwas Glück und Geld vielleicht sogar zwei Ausflüge.

Beitragsbild: © KULTURPOEBEL/Lennart Schaffert