Vor ca. zwei Wochen hat North Carolina ein umstrittenes Anti-LGBT-Gesetz (LGBT: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) verabschiedet. Medien, Unternehmen und Kulturschaffende reagieren gleichermaßen fassungslos wie bestürzt. Petitionen wurden bereits gestartet. Und auch im Musical-Bereich mobilisiert sich Widerstand.

HB2 – So nüchtern klingt ein Gesetz, das in North Carolina einen großen Rückschritt in Sachen Toleranz und Offenheit bedeutet. So ist es nun unter anderem verboten, öffentliche Toiletten aufzusuchen, die nicht mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmen. Außerdem wurden Städte in dem Bestreben eingeschränkt, Anti-Diskriminierungs-Gesetze weiterzufassen.

Der Oscar-, Grammy- und Tony Award-Preisträger Stephen Schwartz („Wicked“, „Schikaneder“) meldet sich nun in einer sehr persönlichen Mail zu Wort, in welcher er das Gesetz als diskriminierend und verwerflich beurteilt. Laut Schwartz sei es sehr wichtig, dass jeder Staat, der ein solches Gesetz verabschiedet, ökonomische und kulturelle Konsequenzen erleidet – vor allem auch um andere Staaten daran zu hindern, sich ein Beispiel an dieser Politik zu nehmen. Folglich verkündete er, jegliche Aufführungen seiner Werke in North Carolina zu verbieten, solange dieses Gesetz in Kraft ist. Seine Lizenz-Verlage und Tour-Produzenten wurden hiervon bereits in Kenntnis gesetzt.

1970 habe Schwartz schon einmal an einer ähnlichen Aktion gegen Apartheid in Südafrika teilgenommen, welche letztlich sehr effektiv war.

Wir finden den Schritt von Stephen Schwartz bewundernswert und hoffen sehr, er hat damit ein Zeichen gesetzt, das viele Nachahmer unter Produzenten und Kulturschaffenden findet.

Sein komplettes Statement könnt ihr hier nachlesen.

Alles Wissenswerte rund um den Komponisten Stephen Schwartz findet ihr hier.

Beitragsbild: KULTURPOEBEL/Lennart Schaffert

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Stephan Huber
„Das Musical sollte alles sein, was es sein möchte. Wer es nicht mag, soll zu Hause bleiben.“ (Oscar Hammerstein II.)

Lieblings-Musical(s): „Once“, „Memphis“, „Hamilton” und der All-Time-Favorite: „Elisabeth“
Lieblings-Komponist: Lin-Manuel Miranda
Lieblings-Texter: Brian Yorkey
Musical-Fan seit: „Elisabeth” (Essen)
An Musicals fasziniert mich: Die Einheit von Story, Musik und Tanz. Musicals transportieren das, was Worte nicht mehr ausdrücken können. Ich brauche kein ausladendes Bühnenbild oder riesige Show-Effekte – eine leere Bühne, eine starke Stimme und ein ergreifender Song – DAS ist für mich das pure Musical-Theater.