Am 10. April 2016 fand im Silbersaal des Deutschen Theaters in München das Konzert „MUSICALS HAUTNAH“ statt. Wir waren für euch vor Ort.

Das Konzert gehört zur Crowdfunding-Kampagne der ersten deutschen Musical-Webserie „Das töte Pferd von Plön“, welche nach erfolgreichem Abschluss der Kampagne nun langsam Gestalt annimmt und hoffentlich im Sommer bzw. Herbst gedreht und bis Ende des Jahres veröffentlicht werden kann.

Kerstin Dietrich (c) Christian Hartmann
Kerstin Dietrich © Christian Hartmann

Neben Uwe Kröger und Kerstin Dietrich, die in der Serie als Musicalstar Hajo Keller und als verrückter Fan Anika Schönhaube die beiden Hauptdarsteller mimen, kommen in jeder Folge viele Gaststars aus dem Bereich Musical zum Einsatz, welche charmant-sympathisch um die Ecke gebracht werden. Wie das Ganze am Ende aussieht, wird sich wohl erst zeigen, aber ich freue mich jetzt schon riesig darauf. In dieser Form wurde das Genre Musical noch nie auf die Schippe genommen und es ist gleichzeitig so offensichtlich und simpel, dass ich mich wirklich frage, warum vorher noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Ich weiß jedenfalls jetzt schon, dass mein Humor genau getroffen wird.

Uwe Kröger © Clemens Bednar
Uwe Kröger © Clemens Bednar

Mit von der Partie beim Konzert waren Uwe Kröger, Roberta Valentini, Sabrina Weckerlin, Chris Murray und Kerstin Dietrich, die auch alle in der Webserie mitwirken. Begleitet wurden sie von Florian Caspar Richter am Klavier.

Abwechslungsreich und innovativ

Chris Murray (c) A. Tamboly
Chris Murray (c) A. Tamboly

Mit Musical-Konzerten bin ich in letzter Zeit eher vorsichtig geworden, da ich sie meistens sterbenslangweilig finde. Vor allem in einer weniger Musical-fanatischen Stadt wie München wird bei den Konzerten immer ausschließlich der langweilige Einheitsbrei aus „Ich gehör nur mir“, „Totale Finsternis“ und „Memory“ vorgetragen und alle flippen immer aus, als wären diese Lieder die letzten zehn Mal, wo man sie gehört hat, nicht minder gut gewesen. Natürlich gehören diese Lieder zu Musical-Konzerten irgendwie dazu, jedoch finde ich es unfassbar unkreativ, wenn Konzerte nur aus diesen Klassikern bestehen. Für mich ist es immer viel, viel interessanter, wenn über den Tellerrand geblickt wird und man Lieder aus neuen Stücken bringt, die gerade am Broadway und in London laufen. Deswegen sind auch Konzerte wie „Die Sommernacht des Musicals“ jedes Jahr der Renner und bereits ein Jahr im Vorfeld ausverkauft, weil man mal wieder etwas Neues auf die Ohren bekommt. Das Konzert war zu meiner großen Freude genauso innovativ und spannend wie die Idee zur Webserie selbst:

  • „Wie ich bin“ aus Wicked, Roberta Valentini und Kerstin Dietrich
  • „Let it go“ aus Frozen, Sabrina Weckerlin
  • „Sterne“ aus Les Misérables, Chris Murray
  • „Taylor, the Latte Boy“, Kerstin Dietrich
  • „Das bin ich“ aus Die Päpstin, Sabrina Weckerlin
  • „Mein Leben“ aus Jekyll & Hyde, Roberta Valentini
  • „Dies ist die Stunde“ aus Jekyll & Hyde, Chris Murray
  • „Nosferatu“ aus Dracula, Uwe Kröger
  • „In his eyes“ aus Jekyll & Hyde, Sabrina Weckerlin und Kerstin Dietrich
  • „Je länger ich lebe“ aus Dracula, Chris Murray
  • „Frei und Schwerelos“ aus Wicked, Sabrina Weckerlin und Roberta Valentini
  • „Helpless“ aus Hamilton, Sabrina Weckerlin, Roberta Valentini, Kerstin Dietrich
  • „You’ll be back“ aus Hamilton, Chris Murray
  • „Edelweiß“ aus Sound of Music, Uwe Kröger
  • „Schenk mir eine Stunde dein Leben“ aus Casanova, Chris Murray
  • „When love comes“ aus Death Note, Sabrina Weckerlin
  • „Zuhause“ aus Die Schöne und das Biest, Kerstin Dietrich
  • „Ich bin was ich bin“ aus La Cage aux Folles, Uwe Kröger
  • „Ich gehör nur mir“ aus Elisabeth, Roberta Valentini
  • „Wo sind deine Träume hin“ aus Friedrich, Chris Murray und Sabrina Weckerlin
  • „Wer kann schon ohne Liebe sein“ aus 3 Musketiere, Sabrina Weckerlin, Roberta Valentini, Kerstin Dietrich
  • „The new world“ aus Songs for a new World, Roberta Valentini, Sabrina Weckerlin, Kerstin Dietrich und Chris Murray
Sabrina Weckerlin © Michael Eloy
Sabrina Weckerlin © Michael Eloy

Das Konzert war eine bunte Mischung aus Musical-Klassikern, erfrischenden neuen Stücken und Liedern, die man nicht so oft auf Konzerten hört. Vor allem der Hamilton-Block und „When love comes“ aus dem hier doch eher unbekannten Wildhorn-Musical „Death Note“ hat mich unheimlich begeistert. Jedoch waren auch die bekannten Klassiker wie „Ich gehör nur mir“ oder „Sterne“ dank der grandiosen Darsteller absolut nicht zu verachten. Hinzu kam, dass die Stimmung sowohl auf der Bühne als auch im Publikum angenehm locker und entspannt war und ich daher einen sehr spaßigen Abend hatte.

Roberta Valentini © Alex LaTona
Roberta Valentini © Alex LaTona

Ich war zunächst etwas erstaunt, dass das Konzert in München stattfindet, da die Produktion mit der bayerischen Hauptstadt nun so gar nichts gemein hat und München eigentlich nie die „coolen“ Konzerte abkriegt. Umso schöner fand ich, dass ich mal nicht nach Stuttgart oder Wien tingeln oder sehnsüchtig nach Oberhausen oder Berlin blicken musste. Und auch wenn das Konzert in einer anderen Stadt sicherlich schneller ausverkauft gewesen wäre, zeigt sich, dass sich in München mehr und mehr eine begeisterte Musical-Gemeinde bildet, die weiß, dass es neben „Elisabeth“ und „Tanz der Vampire noch viele andere gute Musicals gibt. Und da wir Münchner unheimlich auf Spaß stehen, war das Konzert vom „Das tote Pferd von Plön“ bei uns schon ganz gut aufgehoben.

Das ist der Teaser zu „Das tote Pferd von Plön“:

Beitragsbild: © Play On Films

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Nadine Jobst
"What if life were more like theatre? Wouldn't that be grand?" - (Neil Patrick Harris)

Lieblings-Musical(s): „Wicked“, „Pippin“, „Hamilton“
Lieblings-Komponist: Stephen Schwartz
Lieblings-Texter: Lin-Manuel Miranda
Musical-Fan seit:„Wicked“ (Stuttgart)
An Musicals fasziniert mich: Like a handprint on my heart... Dass mir Musik ein unbeschreibliches Gefühl, mir Texte eine wilde Idee und mir eine schlichte Inszenierung einen Gedanken geben können, welche mich aus dem Theater hinaus in den Alltag begleiten.