Stephen Sondheims erstes Musical seit „Road Show“ (2008) erlebte letzte Woche ein geheimes Reading in New York. Anwesende zeigten sich begeistert.

Unter dem Arbeitstitel „Buñuel“ arbeitet der mittlerweile 86-jährige Stephen Sondheim zusammen mit Librettist David Ives an einem Musical, das von zwei surrealistischen Filmen des spanischen Regisseurs Luis Buñuel inspiriert ist.
Letzte Woche wurde ein geheimes Reading in New York veranstaltet, zur Cast gehörten Norm Lewis, Shuler Hensley, Sierra Boggess, Nancy Opel und Marc Kudisch.

Eine nicht näher genannte Quelle der amerikanischen Tageszeitung „The New York Post“ zeigte sich begeistert und verlautbarte:

The music was gorgeous. It reminded me of [Sondheim’s 1994 show] „Passion“, where Steve’s music flows in and out of the storyline. It’s not an old-fashioned Sondheim show — you know, song, dialogue, then a song. It’s much more seamless.

Ives`Skript hingegen sei nichtlinear. Post-Reporter Michael Riedel schrieb, die Handlung bewege sich vor und zurück. Wie er hörte, sei es schwer, der Story in geschriebener Form zu folgen, aber auf der Bühne, begleitet von der Musik Sondheims, sei alles klar und lustig.

Das Musical wird am renommierten New Yorker Public Theater entwickelt, wo schon Meilensteine wie „Hair“, „A Chorus Line“ und „Hamilton“ zur Reife gebracht wurden.

Derweil scheint eine Off-Broadway-Premiere im Jahr 2017 unrealistisch, das Public Theater nannte kein genaueres Datum und verwies bezüglich des Premierentermins lediglich auf die nahe Zukunft.

Das Musical „Buñuel“ basiert im ersten Akt auf dem Film „The Discreet Charm of the Bourgeoisie“ (1972), während der zweite Akt Buñuels Werk „The Exterminating Angel“ aus dem Jahr 1962 folgt. Das Musical handelt laut Sondheim davon, einen Platz zum Dinner zu finden. Während der erste Akt Störungen beim Abendessen thematisiert, geht es im zweiten Akt um Menschen, die speisen und das Dinner nicht verlassen können.

Beitragsbild: © KULTURPOEBEL/Lennart Schaffert

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Stephan Huber
„Das Musical sollte alles sein, was es sein möchte. Wer es nicht mag, soll zu Hause bleiben.“ (Oscar Hammerstein II.)

Lieblings-Musical(s): „Once“, „Memphis“, „Hamilton” und der All-Time-Favorite: „Elisabeth“
Lieblings-Komponist: Lin-Manuel Miranda
Lieblings-Texter: Brian Yorkey
Musical-Fan seit: „Elisabeth” (Essen)
An Musicals fasziniert mich: Die Einheit von Story, Musik und Tanz. Musicals transportieren das, was Worte nicht mehr ausdrücken können. Ich brauche kein ausladendes Bühnenbild oder riesige Show-Effekte – eine leere Bühne, eine starke Stimme und ein ergreifender Song – DAS ist für mich das pure Musical-Theater.