Pauline Schostok wuchs in Braunschweig auf und war von 2013 bis 2016 Schülerin der dort ansässigen „Onstage – School of Musical“. Neben dem regelmäßigen Tanz-/Schauspiel- und Gesangsunterricht nahm sie an Workshops mit nationalen und internationalen Musicalstars wie Chris Murray, Patrick Stanke und Natalie Weiss teil. Darüber hinaus war sie an den Produktionen von „Pinocchio“ und „Leonce und Lena“ am Braunschweiger Staatstheater beteiligt und spielte 2015 die Rolle der Jess in „Robin Hood – das Musical“ bei den Sommerfestspielen im Harzer Bergtheater in Thale. Seit dem Wintersemester 2015 studiert Pauline Musik und Geschichte auf Lehramt an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg. In der Bremer Produktion von „tick…tick…BOOM!“ übernimmt die unter anderem die Rolle von Susan, Jons Freundin.

KULTURPOEBEL: Pauline, du warst Schülerin an der OnStage – School of Musical in Braunschweig. Was ist die wichtigste Erfahrung, die du dort gemacht hast?

Pauline: Ich habe der Onstage so ziemlich alles zu verdanken, was ich gelernt habe. Sowohl im Gesang als auch im Schauspiel und Tanz. Die wichtigste Erfahrung in der aktiven Onstager-Zeit war jedoch viel mehr eine mentale. Katarina und Clemens, die zusammen die Onstage leiten, und die ganze Onstage-Familie haben mir bewusst gemacht, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben in dem was man tut, dass man mit viel Fleiß und Geduld seinen Zielen näher kommen kann und vor allem den Bühnenmoment zu genießen!

 

KULTURPOEBEL: Du hattest Gesangsunterricht bei Musicalstars wie Patrick Stanke oder Chris Murray. Wie war es, mit diesen Größen der Musiktheaterbranche zu arbeiten?

Pauline: Total aufregend! Sowohl Patrick als auch Chris sind ganz unterschiedliche Charaktere und die Art, wie sie mit uns gearbeitet haben, war dementsprechend anders.
Bei Patrick saßen wir am Anfang in einer gemütlichen Runde auf dem Boden, er hat Scherze über seine Ringelsocken gemacht und ich hatte bei der Einzelarbeit mit ihm gar keine Hemmungen davor, aus mir herauszukommen. Ich habe damals total verdrängt, dass es tatsächlich Patrick Stanke ist, der da gerade über meinen Witz gelacht hat. Bei Chris haben wir uns damals sehr intensiv mit der Bühnenwirkung jedes Einzelnen von uns beschäftigt. Ich fand es überraschend, wie detailreich man hieran arbeiten kann. Ob eine Pause drei oder fünf Sekunden lang dauert, welchen Punkt man wie lange fokussiert oder ob sich deine Gestik oberhalb des Bauchnabels abspielt, macht einiges aus!

Jon (Lukas Witzel) und Susan (Pauline Schostok) © KULTURPOEBEL.de / Lennart Schaffert
Jon (Lukas Witzel) und Susan (Pauline Schostok) © KULTURPOEBEL.de / Lennart Schaffert

 

KULTURPOEBEL: In “tick…tick…BOOM!” spielst du mehrere Rollen, darunter Susan, Jons Freundin, die sich ein gefestigtes Leben und eine Familie wünscht und Karessa, eine flippige Musicaldarstellerin. Mit welchem der beiden Charaktere kannst du dich besser identifizieren?

Pauline: Eindeutig Karessa! (lacht)
Ich denke, das liegt daran, dass Karessa und ich uns von der Lebensphase her viel ähnlicher sind als Susan und ich. Susans Gedanken, sesshaft zu werden und ein Familienleben zu beginnen, werden bei mir erstmal keinen Anklang finden. Ich bin mitten im Studium, genieße es, selbstständig zu sein und frei Entscheidungen zu treffen. Außerdem finde ich Karessa irgendwie cool – hyperaktiv, schamlos und total übertrieben!

 

KULTURPOEBEL: Du hast bereits bei mehreren Musicalproduktionen mitgewirkt. Was reizt dich an der KULTURPOEBEL-Produktion von “tick…tick…BOOM!”?

Pauline: „tick… tick… BOOM!“ ist ganz anders aufgebaut als andere Musicals. Drei Darsteller, die mehr als zehn Figuren verkörpern, Rock-Musik und die Biographie Jonathan Larsons als Handlungsverlauf – was klingt daran nicht spannend? Das heißt nicht, dass es nicht auch genug Herausforderungen gibt. Die Rollenwechsel sind für mich teilweise sehr schnell und die Haltungen der jeweiligen Rollen müssen immer abrufbereit sein. Außerdem muss es trotz höchstens drei Personen auf der Bühne spannend bleiben und darf nicht langweilig werden! Was es natürlich auch nicht wird ….

 

KULTURPOEBEL: Kannst du dir vorstellen, hauptberuflich als Musicaldarstellerin zu arbeiten?

Pauline: Vorstellen kann ich mir das auf jeden Fall. Und ehrlich gesagt habe ich schon oft genug davon geträumt, wie ich auf einer Broadway-Bühne stehe und die Leute mir Rosen, Kuscheltiere und Unterwäsche auf die Bühne werfen! Aber es ist gut so, dass es ein Traum ist. Ich bin glücklich mit meinem Studium in Oldenburg und genieße es, durch Produktionen wie dieser trotzdem auf der Bühne stehen zu können. Wohin mich mein Weg führt, kann ich allerdings noch nicht sagen.

Das Musical „tick…tick…BOOM!“ läuft ab dem 7. Oktober 2016 im Bremer Schnürschuh Theater. Weitere Informationen und Tickets gibt es unter www.ticktick-boom.de.

Die Produktion wird mit freundlicher Unterstützung von WG-gesucht.de, RNO Bremen, Papa Türk und der Deutschen Hochschulwerbung durchgeführt.

Beitragsbild: © KULTURPOEBEL/Lennart Schaffert

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Marina Pundt

„After silence, that which comes nearest to expressing the inexpressible is music.“ – (Aldous Huxley)

Lieblings-Musical(s): „Hedwig and the Angry Inch“, „Next to Normal“, „American Idiot“, “Once”
Lieblings-Komponist: Jeder, der es schafft, mich mit seiner Musik zum Tanzen oder zum Weinen zu bringen. Oder beides gleichzeitig.
Lieblings-Texter: Stephen Trask
Musical-Fan seit: … ich entdeckt habe, dass es Musicals mit Tiefgang und Rock-Musik gibt.
An Musicals fasziniert mich: … wie Energie und Emotionen durch Musik, Schauspiel und Tanz von der Bühne in den Publikumsraum übertragen werden.