Es gab sie, die begeisterten Reaktionen auf jene Pressekonferenz, in der Näheres zum Inszenierungskonzept der St. Galler „Tanz der Vampire“-Produktion bekannt wurde. Genauso oft, wenn nicht sogar noch häufiger las man aber auch bestürzte, äußerst negative Kommentare, welche sich wohl vor allem aus der Angst nährten, man könne diese ach so heilige Ur-Version verschandeln und der Lächerlichkeit preisgeben. Zu diesem Stimmungsbild trägt nunmal auch bei, dass „Tanz der Vampire“ längst Kult ist und im deutschsprachigen Raum eine der größten und treuesten Fangemeinden überhaupt hinter sich zu versammeln weiß, die sich längst an eine Version gewöhnt und eben Angst um einen lieb gewonnenen und gerne besuchten Freund hat. Nun können Angst und Skepsis in vielen Fällen auch lähmende und innovationsverweigernde Faktoren sein, von denen man sich in St. Gallen gänzlich freisagte, viel wagte und meiner Meinung nach gewann. Die Vampire haben mich seit Langem wieder so begeistert, wie seit meiner ersten Berührung mit diesem Musical nicht mehr.

Ich muss zugeben, dass ich tiefgreifenden Neuinszenierungen generell etwas skeptisch gegenüberstehe und eigentlich ein Freund davon bin, ein Stück so werktreu wie möglich auf die Bühne zu bringen – aus Respekt der Vorlage und dem Urheber gegenüber. Dennoch ist die Freiheit der Kunst ein unantastbares Gebot und wenn jemand das Musical „Cats“ als Analogie zur Homoehe in einem dystopischen New York Diner des Jahres 2243 mit Mickey Mouse in der Hauptrolle inszenieren möchte, soll er das gerne machen. Solange der Zuschauer weiß, was ihn erwartet und nicht mit der Originalversion rechnet, ist jedenfalls für mich alles in Ordnung. Zumal neue Interpretationen bekannter Werke auch bislang verborgene Aspekte oder Botschaften einer Vorlage offenlegen und einem Stück auch gut tun können, wenn etwas in die Jahre gekommene Regie-Konzepte einem Zeitgeist angepasst und somit näher an ein jetziges Publikum geführt werden. Man kann viel gewinnen, aber auch verlieren, denn einem Vergleich mit dem Original stellt man sich so automatisch.

© Andreas J. Etter

Im Musical-Bereich gibt es verglichen zum Sprechtheater bislang mehrheitlich eher gemäßigte und weniger radikale Neuinszenierungen, die mal etwas an der Szenenfolge, Orchestrierung oder Ausstattung ändern und auf richtig abgedrehte Einfälle – bis auf seltene Ausnahmen – eher verzichten. Dass sich Regisseur Ulrich Wiggers nun an das beinahe schon heilige „Tanz der Vampire“ wagt, die Handlung in die Jetztzeit verlegt und aus Chagals Wirtshaus ein Sanatorium macht, wird da schonmal als Musical-Staatsaffäre hochdiskutiert, ist aber auf den zweiten Blick gar nicht so wild, wie es den Anschein macht. Denn Musik und Texte sind ausnahmslos dieselben wie in der bekannten Inszenierung, die momentan in Stuttgart gastiert.

Nothing`s gonna stop us

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Ich selbst bin mit der Ur-Version von „Tanz der Vampire“ aufgewachsen und muss dem Stück zugestehen, dass es bei der Entwicklung meiner Leidenschaft für dieses Genre keine geringe Rolle gespielt hat. Autor Michael Kunze, Komponist Jim Steinman und Regisseur Roman Polanski haben 1997 am Tag der Welturaufführung im Wiener Raimund Theater Musical-Geschichte geschrieben und die ursprüngliche Inszenierung wird nicht ohne Grund fast ohne Änderungen seit beinahe 20 Jahren gespielt. Manche Lieder wurden im Laufe der Zeit etwas gekürzt, „Die roten Stiefel“ durch „Stärker als wir sind“ sowie „Das Gebet“ ersetzt und das Bühnenbild schon mit der Berlin-Produktion 2006 Tournee-tauglich gemacht: Das waren dann auch schon die nennenswertesten Anpassungen. Etwas mutiger war hingegen die Wiener Revival-Inszenierung aus dem Jahr 2009, als Bühnenbild und Kostüme komplett geändert und das Finale des zweiten Aktes auch teilweise musikalisch modifiziert wurden – inklusive kurzem Auftritt des Grafen zur Schlusschoreo. Diese Version hat allerdings nie den Weg nach Deutschland gefunden.

Nun treiben die Vampire also ihr Unwesen in der Schweiz. Und so ausgezeichnet und beeindruckend ich die Vampire und Polanskis Ur-Inszenierung auch immer noch finde, muss ich doch gestehen, dass mich der Zauber des Stückes bei meinen letzten Besuchen nicht mehr so erreicht hat wie früher – Das mag sicherlich viele Gründe haben und wenn man ein Musical sehr oft sieht, braucht man sich auch gar nicht zu wundern, dass man beim zwanzigsten Besuch nicht mehr so umgehauen wird wie beim allerersten. Trotzdem hatte ich schon seit geraumer Zeit die Hoffnung, man möge doch mal ein paar Anpassungen und Änderungen vornehmen, auf dass die Vampire mich wieder überraschen und stärker mitreißen würden.

Somit war ich gespannt, sicherlich aber auch etwas skeptisch, weil ich nicht im Traum erwartet hätte, dass sich das Theater St. Gallen dann doch an einer solch tiefgehenden Neuinszenierung versucht. Wie es aber so häufig mit Skepsis ist: So schnell sie kommt, so schnell kann sie auch überwunden werden.

Liebe, Triebe, Knoblauch

Die Geschichte jedenfalls ist fast unverändert geblieben: Es gibt immer noch den schrulligen Professor Abronsius samt seinem unbeholfenen Assistenten Alfred, die in Transilvanien auf Vampir-Jagd gehen. Und zwar nicht vor langer Zeit. Sondern im Hier und Jetzt. Beide landen bei der Familie Chagal, die statt einem Wirtshaus eben ein Sanatorium (keine psychische Anstalt, sondern eine Art Kurbad) betreibt. Nicht nur die Zurschaustellung des Anti-Vampir-Mittels Knoblauch, sondern auch der nächtliche Besuch des Grafen von Krolock im Badezimmer von Chagals Tochter Sarah und das Auftauchen eines Buckligen lassen die Forscher schnell von der Gegenwärtigkeit der Vampire ausgehen. Sie wähnen sich am Ziel ihrer Reise, doch die Kontrolle über die Situation und damit ihr Leben entgleitet ihnen schnell.

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Ulrich Wiggers führt die Vampire mit seiner Inszenierung in die Gegenwart, denn das Bild von diesen mystischen Wesen hat sich spätestens durch „Twilight“ und „Vampire Diaries“ stark gewandelt. Bis auf wenige cineastische und literarische Werke, in denen Vampire tatsächlich bloß als Monster dargestellt werden, umgab die Geschöpfe der Nacht schon seit jeher eine gewisse Anziehungskraft, etwas Majestätisches und Begehrenswertes. Seit neuestem steht – vor allen in oben genannten Werken – die Attraktivität, eben der Vampir als verführerischer Liebhaber und besonders eben als Mensch, der von seinen Trieben gejagt wird, im Mittelpunkt. Dieses Bild passt nicht schlecht zu „Tanz der Vampire“, einem Musical, in dem es ganz stark um diese unstillbare Gier geht, die den attraktiven und höchst-menschlichen Grafen zermürbt. Schon die Werbebilder, die zur Stuttgarter Wiederaufnahme 2010 verwendet wurden, stellten einen klaren Bezug zu dem modernen Genre-Verständnis her und St. Gallen geht diesen Weg nun auch inszenatorisch konsequent.

Es wird realistisch, es wird gruselig

Durch die Verlagerung der Handlung in die Gegenwart, wirkt das Musical rein optisch sehr modern. Sicherlich war ich von einem Jeans-tragenden Alfred und einem Chagal in modischem Anzug anfangs etwas irritiert und es war ein seltsames Gefühl, die bekannten Texte und Melodien zu diesen ungewohnten Bildern zu hören. Ich persönlich habe jedoch schnell in diese Inszenierung gefunden und sehr früh festgestellt, dass ich die Story durch diese veränderte Ausstattung auch wieder anders wahrgenommen und gedacht habe: Diese charmanten aber gefährlichen Wesen sind mir und meiner Lebenswirklichkeit näher als mir lieb ist. Es wird suggeriert, dass Vampire eben kein Schrecken vergangener Epochen sind, sondern auch die Generation Smartphone bedrohen. Auf diese Weise gelang es mir, mich persönlich nochmal stärker mit den Akteuren und der Handlung zu identifizieren, was „Tanz der Vampire“ seit Langem wieder zu einer Gänsehaut-reichen Angelegenheit für mich machte.

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Allgemein wirkt Wiggers` Ansatz sehr erfrischend, durch wenige Variationen in der Betonung holen die Darsteller Pointen aus Textstellen heraus, wo man diese nie vermutet hätte. Das komödiantische Timing ist exzellent und Szenen wirken spritziger und halten viele Überraschungen bereit, die eine wahre Freude für Fans der Vorlage sein dürften. Dies ist auch generell ein großer Verdienst des Regisseurs: Man merkt der Inszenierung von Ulrich Wiggers an, wie sehr er das Stück kennt. Mehr noch: Seine Anpassungen sind zwar innovativ und in höchstem Maße kreativ-verspielt, aber eben auch behutsam und mit viel Liebe und Respekt zur Vorlage. Und das ist das große Erfolgsgeheimnis dieser Inszenierung, welche die essentiellen Aussagen bewahrt und in vielen Momenten als eine Art Hommage an die Ur-Version verstanden werden kann. Phänomenal beispielsweise der Einfall, Chagals Türhämmern während „Eine schöne Tochter ist ein Segen“ in der zweiten Strophe durch einen Akkuschrauber zu ersetzen.

Wiggers` Interpretation sieht aber nicht nur modern aus, sie wirkt auch über alle Maßen authentisch. Durch wenige Kniffe in der Personenführung scheint Sarahs und Alfreds Schwärmerei viel nachvollziehbarer und die Handlung – was bei einem Musical über Vampire fast schon widersprüchlich klingt – realistischer. Letzteres erhöht den Gruselfaktor zudem ungemein. Es wird viel klarer, was der Graf mit der –  für mich bislang ominösen – Zeile „Alfreds Seele gehört längst mir“ meint. Statt den Vampir-jagenden Forschern lenken Forscher-jagende Vampire den Verlauf der Handlung und spätestens, wenn in der Tanzsaal-Szene nicht nur Sarah und die Forscher, sondern auch eine Vielzahl weiterer ahnungsloser Kurgäste – inklusive der armen Rebecca – die Tanzfläche betreten, sind das Momente, die eine enorm große Spannung aufbauen.

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Bekanntes neu erleben

Als Graf von Krolock steht der sowohl Rollen- als auch St. Gallen-erprobte Thomas Borchert in gewohnter Souveränität auf der Bühne. Borchert und der Graf: Das passt einfach zusammen. Er hat die Rolle bisher sowohl in der Ur-Version, als auch in der Wiener Revival-Inszenierung verkörpert – zuletzt in der Tour-Produktion von Stage Entertainment in München. Borchert gibt einen imposanten Grafen und vermag es durchaus, neue Akzente zu setzen. Sein St. Galler Graf offenbart seine Gefühle und Menschlichkeit sehr viel stärker, wodurch die „Unstillbare Gier“ zu DEM emotionalen Höhepunkt des Abends wird. Hinzu kommt ein Aspekt, den ich bislang noch bei keinem anderen Grafen wahrgenommen habe: Sein Spiel während „Gott ist tot“ hebt das Animalische seines Charakters und Daseins sehr intensiv hervor: Wie stark sich der Graf nach Sarah verzehrt wurde mir erst so richtig in St. Gallen bewusst.

Die Neuentdeckung dieser Produktion ist ohne Frage Sebastian Brandmeir, der einen jüngeren und optisch – im Vergleich zur Ur-Version – stark „entkauzten“ Professor Abronsius gibt. Dennoch ist sein Forscher immer noch verschroben, entspricht aber mehr dem Bild des zeitgemäßen Wissenschaftlers. Es ist spannend zu sehen, dass der Charakter und der ganze Witz des Professors auch ohne weiße Haare und Maske funktionieren kann. Und das liegt vor allem an der überzeugenden und schwungvollen Darstellung Brandmeirs, der auch gesanglich Akzente setzt.

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Tobias Bieri verkörpert einen schüchternen, aber nicht ganz so unbeholfenen Alfred, wie man ihn gewohnt ist. Er ist sicherlich weiterhin nicht der große Draufgänger, wirkt aber nicht mehr ganz so ängstlich und ist damit als Vampir-Jäger auch ernst zu nehmen. Sein „Für Sarah“ ist eines der Highlights des Abends.

Als Sarah liefert – wie schon in Berlin (2013) – Mercedesz Csampai eine stimmlich und schauspielerisch beeindruckende Leistung ab. Ich habe Sarah bisher immer als Freiheits-getriebenes, aber doch naives Mädchen wahrgenommen. Erst durch ihre Interpretation wurde mir bewusst, wie charakterstark Sarah doch eigentlich ist und mit welcher Zielstrebigkeit sie ihre Ziele und Träume verfolgt.

Mit Jerzy Jeszke konnte für den Chagal ebenfalls ein „Tanz der Vampire“-erfahrener Darsteller gewonnen werden, der über all die Jahre nichts an Spielfreude eingebüßt hat und einfach ideal in die Rolle des ehemaligen Wirts und gegenwärtigen Sanatoriumbesitzers passt.

Anja Wessel gibt eine sehr viel selbstbewusstere und elegantere Rebecca, als man sie bislang kannte. Ihr Auftreten ist souverän und weltgewandt, eben passend zu einer heutigen Sanatoriumsbetreiberin. Sie zerbricht letztlich am Tode Chagals. Was ihr ganz persönliches Schicksal betrifft, so wird am Ende diesbezüglich immerhin Klarheit geschaffen.

Auch Magda wirkt in der Darstellung von Sanne Mieloo sehr viel stärker und tougher. Sie bietet den Annäherungsversuchen Chagals robust Paroli und sorgt mit „Tot zu sein ist komisch“ für einen der bleibenden Eindrücke des Abends.

Christian Funk spielt den Herbert mit der notwendigen – und für die Rolle konstitutiven – Klischeehaftigkeit, wirkt aber dennoch imposant, gefährlich und in seinem Gehabe weniger affektiert. Eine interessante und wohltuende Interpretation des Grafensohns.

Thomas Hubers Koukol als aufrecht stehender und gehender Koukol ist dann doch ein Bild, an das man sich erst gewöhnen muss. Diese Darstellung passt zur Inszenierung, obgleich dem buckligen Diener hierdurch etwas der witzige Spirit fehlt.

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Als Nightmare Solos stehen mit Philipp Hägeli und Christoph Apfelbeck keine Unbekannten auf der St. Galler Bühne und beide singen ihre Parts mit einer stimmlichen Imposanz, die ihresgleichen sucht. Auch dank ihrer Intonation wird „Carpe Noctem“ zu der wohl stärksten Nummer des Abends.

Zu diesem Eindruck trägt aber auch die beeindruckende Leistung der Tanzsolisten – allen voran Thomas Höfner, der als Black Vampire eine im positivsten Sinne beängstigende Performance zeigt – bei, welche die abwechslungsreichen und gewaltigen Choreographien von Jonathan Huor ausdrucksstark und in hoher Intensität darbieten.

Um das zu betonen: Eine so homogen und stark besetzte Cast, in der jeder Haupt- und Ensembledarsteller absolut keinen nennenswerten Grund zur Kritik gibt, habe ich in meiner nun doch schon sehr langen „Tanz der Vampire“-Historie bislang nicht erlebt! Alleine die Darsteller sind daher schon eine Reise nach St. Gallen wert.

Neuer Look für die Vampire

Das Bühnenbild von Hans Kudlich bietet verschiedene Ebenen, die räumliche Wechsel leicht ermöglichen. Besonders imposant gerät so beispielweise das Schlussbild des zweiten Aktes, bei dem sich die Protagonisten auf allen Ebenen positionieren. Sicherlich mag einem das Grafenschloss etwas fehlen, jedoch musste ich feststellen, dass gerade die Sterilität und der grobe Beton- und Stahlcharakter der Szenerie einen sehr hohen Gruselfaktor verliehen hat – wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise als in der Ur-Version. Dennoch muss ich gestehen, dass mir manche Bilder aus der Polanski-Inszenierung – wie beispielsweise die Grabwand, die sich zu „Ewigkeit“ hinabsenkt und die passende Atmosphäre für die „Unstillbare Gier“ schafft – doch etwas gefehlt haben. Aber hier muss man sich wohl noch freier von Vergleichen machen und beide als für sich stehende Inszenierungen betrachten.

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Gerade die Kostüme von Franz Blumauer tragen ihren Teil dazu bei, dass die Vampire in St. Gallen so modern und heutig wirken. Während die Forscher und Sanatoriumsgäste eher zurückhaltend und doch stilvoll-zeitgemäß gekleidet sind, ist das Outfit des Grafen durchweg eine wahre Augenweide. Ob gebieterischer Pelz oder royales Rot: Der Graf hebt sich alleine schon durch seine Kostüme von der größtenteils in schwarzem Leder gekleideten Masse der Vampire ab. Trotzdem ist jedes Ensemblekostüm individuell und durch viele kleine Details geprägt.

Die Band spielt unter der musikalischen Leitung von Robert Paul zwar voluminös und klangstark auf, dennoch geht mir persönlich – bis auf Songs wie „Carpe Noctem oder „Stärker als wir sind“, wo es auch gar nicht anders geht – etwas der eigentlich primäre Rock-Charakter der Partitur verloren und die Drums und E-Gitarren geraten häufiger in den Hintergrund. Dies kann aber auch an der Tonbalance und Abmischung liegen, denn stellenweise fand ich den Ton nicht optimal ausgesteuert. Dies betraf vor allem die Darsteller, die ich teilweise nur schlecht verstand, weil sie gegen die Lautstärke der Band nicht ankamen. Aber dies sind nur kleine Schwachpunkte einer Produktion die den Vergleich zu ihren Long-Run- und Tour-Pendants nicht scheuen braucht.

Fazit

So wie in St. Gallen hat man die Vampire noch nie gesehen und trotz anfänglicher Skepsis manchen Modifizierungsideen gegenüber, muss ich gestehen: Absolut jede Szene und jeder Moment dieser packenden Inszenierung funktioniert und ist ein absoluter Genuss für all jene, die die Vampire lieben und bereit sind, sich auf etwas Neues einzulassen. Ich jedenfalls habe dieses großartige Musical durch die St. Galler Version nach fast 20 Jahren nochmal auf eine andere Art und Weise kennengelernt und wurde überrascht, wo ich meinte, schon alles gesehen zu haben.

Ich werde aber auch weiterhin den Vampiren auf Tour durch Deutschland folgen und so richtig werden mich die Bilder der Ur-Inszenierung niemals loslassen. Aber ich bin froh, dass es nun auch eine andere Interpretation gibt, die mich begeistert und die Vampire – eben der Gewohnheit zum Trotz – nochmal neu denkt. Bitte liebe „Tanz der Vampire“-Fans: Gebt dieser Version eine Chance. Sie hat es verdient!

„Tanz der Vampire“ in St. Gallen

Welturaufführung: 04.10.1997 (Raimund Theater Wien)
Premiere St. Gallen:
18.02.2017
Besuchte Vorstellung: 21.02.2017
Buch/Lyrics: Michael Kunze
Musik: Jim Steinman
Arrangement and Musical Supervisor: Michael Reed
Musikalische Leitung: Robert Paul
Inszenierung: Ulrich Wiggers
Choreographie:
Jonathan Huor
Bühne: Hans Kudlich
Kostüm: Franz Blumauer
Licht: Michael Grundner
Ton: Stephan Linde, Dennis Schmidt
Sound Consultant: Thomas Streber
Dramaturgie: Marius Bolten
Besetzung Hauptrollen: Thomas Borchert (Graf von Krolock), Mercedesz Csampai (Sarah), Tobias Bieri (Alfred), Sebastian Brandmeir (Professor Abronsius), Jerzy Jeszke (Chagal), Sanne Mieloo (Magda), Christian Funk (Herbert), Anja Wessel (Rebecca), Thomas Huber (Koukol)

Vorstellungen am Theater St. Gallen: 18.02.2017 bis 26.05.2017

Tickets und mehr Informationen gibt es hier.

Beitragsbild: © Andreas J. Etter