Musical

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    Was ist ein Musical überhaupt – Hierüber streiten sich viele Musical-Fachleute und –Chronisten und tatsächlich ist die eine Definition oder Abgrenzung zu anderen Genres sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Was unterscheidet eine Oper oder eine Operette von einem Musical? Und was unterscheidet das Musical von einer Rockoper? Meist tatsächlich nur die Begrifflichkeit oder die Zeit, in der Bühnenwerke komponiert wurden. Wie Günther Bartosch schrieb: Zu anderen Zeiten wäre „My fair lady“ wohl eine Operette gewesen. Denkt man, man hätte gerade das eine Unterscheidungsmerkmal der Musicals gefunden, kommt meist ein Stück um die Ecke, das einem den Strich durch die Rechnung macht.

    Siegfried Schmidt-Joos hat meiner Meinung nach noch die beste Definition des Musicals geschaffen. Allerdings schon im Jahr 1965, weswegen ich seine Kategorisierung etwas modifiziert und ergänzt habe:

    Das Musical (Abkürzung für Musical Comedy bzw. Musical Play) ist eine in New York entstandene, in der Regel zweiaktige Form populären Musik-Theaters, die Elemente der Oper, Operette, der Revue, des Vaudevilles, des Varietés und der Extravaganza miteinander verbindet. Es basiert häufig auf literarischen oder Film-Vorlagen und verwendet die Mittel des Pop- Rock-Songs, der Tanz- und Unterhaltungsmusik und des Jazz. Melodien, Liedtexte, Dialoge, Tänze sind in die Handlung integriert, vertiefen und bringen sie voran.

    Diese Definition ist allerdings nur eine Momentaufnahme und muss sich ebenso, wie das Musiktheater selbst, ständig weiterentwickeln.

    Oder wie Oscar Hammerstein II. (Texter von „Showboat“) sagte: „Es sollte alles sein, was es sein möchte. Wer es nicht mag, soll zu Hause bleiben. Es gibt nur ein Element, das ein Musical unbedingt haben muss – Musik!“

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    Stephan Huber
    „Das Musical sollte alles sein, was es sein möchte. Wer es nicht mag, soll zu Hause bleiben.“ (Oscar Hammerstein II.)

    Lieblings-Musical(s): „Once“, „Memphis“, „Hamilton” und der All-Time-Favorite: „Elisabeth“
    Lieblings-Komponist: Lin-Manuel Miranda
    Lieblings-Texter: Brian Yorkey
    Musical-Fan seit: „Elisabeth” (Essen)
    An Musicals fasziniert mich: Die Einheit von Story, Musik und Tanz. Musicals transportieren das, was Worte nicht mehr ausdrücken können. Ich brauche kein ausladendes Bühnenbild oder riesige Show-Effekte – eine leere Bühne, eine starke Stimme und ein ergreifender Song – DAS ist für mich das pure Musical-Theater.