Sonnenfinsternis und Planetenparade im August: Sechs Planeten kurzzeitig gemeinsam sichtbar

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Der August 2026 bietet für Himmelsbeobachter in Mitteldeutschland mehrere astronomische Höhepunkte. Neben einer partiellen Sonnenfinsternis und dem Maximum der Perseiden am 12. August steht am 28. August eine partielle Mondfinsternis bevor. Mitte des Monats kommt ein weiteres seltenes Schauspiel hinzu: Sechs Planeten verteilen sich gleichzeitig über den morgendlichen Himmel.

Sechs Planeten bilden Mitte August eine Planetenparade

Merkur, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sind zwischen dem 9. und 14. August gleichzeitig am Himmel vertreten. Besonders günstig sollen die Bedingungen am 12. und 13. August sein.

Allerdings gibt es zwei entscheidende Einschränkungen. Wer die vollständige Planetenparade sehen möchte, muss sehr früh aufstehen. Zudem beträgt das Zeitfenster, in dem alle sechs Planeten gleichzeitig beobachtet werden können, nur wenige Minuten.

Von den sechs Himmelskörpern sind Merkur, Mars, Jupiter und Saturn grundsätzlich mit bloßem Auge zu erkennen. Für Uranus und Neptun ist dagegen ein gutes Fernglas oder ein einfaches Teleskop erforderlich.

Dunkler Standort verbessert die Sicht

Für die Beobachtung empfiehlt sich ein möglichst dunkler Standort mit wenig künstlicher Beleuchtung. Besonders außerhalb größerer Städte wie Leipzig, Halle, Erfurt oder Dresden sind die Bedingungen günstiger.

Straßenbeleuchtung, Leuchtreklamen und andere Lichtquellen können vor allem schwächere Himmelsobjekte überstrahlen. Ein Vorteil ist die Neumondphase: Störendes Mondlicht spielt während der Beobachtungszeit kaum eine Rolle.

Wann ist die Planetenparade am besten zu sehen?

In Mitteldeutschland geht die Sonne Mitte August bereits gegen 5:50 Uhr MESZ auf. Schon vorher setzt die Morgendämmerung ein und erschwert zunehmend die Sicht auf lichtschwächere Planeten.

Die günstigste Beobachtungszeit liegt deshalb ungefähr zwischen 4:00 und 5:15 Uhr. Wer tatsächlich alle sechs Planeten gleichzeitig erfassen möchte, muss bis kurz nach 5 Uhr warten. Dann erscheint auch Jupiter ausreichend hoch über dem Horizont.

Das vollständige Schauspiel bleibt allerdings nur für kurze Zeit sichtbar. Wenig später wird die zunehmende Helligkeit der Morgendämmerung insbesondere die schwächeren Objekte verschwinden lassen.

Saturn, Neptun, Mars und Uranus erscheinen zuerst

Saturn ist bereits nach der Abenddämmerung im Osten zu sehen und zieht im Laufe der Nacht weiter über den Himmel. Unterhalb des Ringplaneten befindet sich Neptun, der wegen seiner geringen Helligkeit optische Hilfsmittel erfordert.

Gegen 2 Uhr erscheint Mars im Nordosten. Seine charakteristische rötliche Färbung erleichtert die Identifizierung. Oberhalb des Mars befindet sich Uranus, der ebenfalls am besten mit einem Fernglas aufgesucht wird.

Damit lassen sich Saturn, Neptun, Mars und Uranus bereits beobachten, während gleichzeitig die Perseiden für zahlreiche Sternschnuppen sorgen können.

Merkur und Jupiter erscheinen erst kurz vor Sonnenaufgang

Die größte Herausforderung bilden Merkur und Jupiter. Beide stehen sehr tief über dem nordöstlichen bis östlichen Horizont. Für die Beobachtung ist deshalb eine freie Sicht ohne Bäume, Gebäude oder andere Hindernisse besonders wichtig.

Merkur wird ungefähr ab 4:30 Uhr sichtbar. Für Jupiter müssen Beobachter etwa eine weitere halbe Stunde warten. Der Gasriese erscheint zwar deutlich heller als Merkur, steht zunächst jedoch so tief am Horizont, dass er nur schwer auszumachen ist.

Sobald Jupiter ausreichend hoch steht, bleiben nur wenige Minuten, bevor die Morgendämmerung das gemeinsame Bild der sechs Planeten zunehmend verblassen lässt.

Die richtige Reihenfolge erleichtert die Beobachtung

Wer möglichst viele Planeten entdecken möchte, sollte zunächst Saturn, Neptun, Mars und Uranus suchen. Ab etwa 5 Uhr lohnt sich anschließend der Blick in Richtung Nordost-Ost, um Merkur und Jupiter zu finden.

Ein Fernglas kann insbesondere bei Uranus und Neptun helfen. Wegen der Nähe von Merkur und Jupiter zum Horizont sollte bei deren Beobachtung besonders darauf geachtet werden, nicht in Richtung der aufgehenden Sonne zu schauen, sobald diese den Horizont erreicht.

Jupiter und Merkur rücken optisch zusammen

Wer die Planetenparade am 12. oder 13. August verpasst, erhält in den darauffolgenden Tagen weitere Chancen. Jupiter steigt langsam höher über den Horizont, während Merkur sich aus Sicht der Erde stärker in Richtung Horizont bewegt.

Um den 14. und 15. August stehen Jupiter und Merkur scheinbar besonders dicht nebeneinander. Dabei handelt es sich lediglich um eine perspektivische Annäherung am Himmel – tatsächlich liegen die beiden Planeten weiterhin weit voneinander entfernt.

Die Planetenparade macht den ohnehin ereignisreichen August 2026 damit noch interessanter. Wer einen dunklen Standort, freie Sicht zum Horizont und etwas Geduld mitbringt, kann innerhalb weniger Tage Sonnenfinsternis, Perseiden und mehrere Planeten am sommerlichen Himmel beobachten.

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