Nike verschärft Sparkurs: Stellenabbau und Milliarden-Einsparungen geplant

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Nike erhöht angesichts einer weiterhin schwierigen Geschäftsentwicklung den Kostendruck. Der US-Sportartikelkonzern will in den kommenden Jahren Milliarden einsparen und plant dabei auch einen weiteren Stellenabbau. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, seine Vertriebsstrategie neu auszurichten und verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.

Nike plant Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar

Der Adidas-Rivale will sein Sanierungsprogramm deutlich vorantreiben. Nach Angaben des Unternehmens sollen die geplanten Maßnahmen über die kommenden Jahre Einsparungen von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar bringen.

Nike-Chef Elliott Hill erklärte während einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass zu dem Sparprogramm auch der Abbau von Arbeitsplätzen gehören werde. Genauere Angaben zur Zahl der betroffenen Stellen machte das Unternehmen zunächst nicht.

Der verschärfte Sparkurs kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Nike weiterhin mit den Folgen strategischer Fehlentscheidungen und eines anspruchsvollen Konsumumfelds kämpft.

Umsatz fällt auf 11,2 Milliarden Dollar

Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen, dass die Erholung des Konzerns weiterhin schwierig verläuft. Im vergangenen Quartal sank der Umsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar.

Auch beim Ergebnis musste Nike einen Rückgang hinnehmen. Unter dem Strich verringerte sich der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar.

Hill verwies unter anderem auf die Zurückhaltung der Verbraucher bei ihren Ausgaben. Gerade bei nicht lebensnotwendigen Konsumgütern wie Sportbekleidung und Schuhen können eine schwächere Konsumstimmung und wirtschaftliche Unsicherheit die Nachfrage belasten.

Nike erwartet weiteren Umsatzrückgang

Auch für das laufende Geschäftsjahr bleibt das Management vorsichtig. Für das bis Ende Mai 2027 laufende Geschäftsjahr rechnet Nike mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.

Die Prognose sorgte an der Börse für eine negative Reaktion. Im nachbörslichen US-Handel verlor die Nike-Aktie zeitweise rund vier Prozent.

Damit bleibt der Konzern unter erheblichem Druck, seine operative Entwicklung zu stabilisieren und Investoren von der langfristigen Sanierungsstrategie zu überzeugen.

Elliott Hill soll Nike aus der Krise führen

Die aktuellen Schwierigkeiten sind nicht allein auf das konjunkturelle Umfeld zurückzuführen. Nike hatte sich in den vergangenen Jahren mit strategischen Entscheidungen teilweise selbst in eine schwierige Lage gebracht.

Die Probleme führten schließlich zu einem Führungswechsel. Im Jahr 2024 holte Nike den langjährigen Manager Elliott Hill aus dem Ruhestand zurück. Hill hatte während seiner mehr als drei Jahrzehnte dauernden Karriere bei dem Unternehmen verschiedene Führungspositionen bekleidet und war unter anderem für das Verbrauchergeschäft verantwortlich.

Nach seinem Ausscheiden im Jahr 2020 kehrte er im Oktober 2024 zu Nike zurück und übernahm den Vorstandsvorsitz von John Donahoe. Seitdem arbeitet das Management daran, die Marke wieder stärker im Handel zu positionieren und die geschäftliche Entwicklung zu stabilisieren.

Starker Fokus auf Direktvertrieb belastete Nike

Eine zentrale Ursache der Schwierigkeiten liegt in der früheren Vertriebsstrategie. Nike hatte über mehrere Jahre den Direktvertrieb über eigene Geschäfte und digitale Kanäle stark ausgebaut und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit klassischen Einzelhändlern zurückgefahren.

Konkurrenten gewannen wichtige Regalflächen

Besonders auf dem wichtigen US-Markt hatte diese Strategie unerwünschte Folgen. Während Nike seine Präsenz bei Handelspartnern reduzierte, konnten konkurrierende Sportartikelmarken zusätzliche Regalflächen in den Geschäften gewinnen.

Dadurch verlor Nike einen Teil seiner Sichtbarkeit im stationären Handel. Die Entwicklung belastete schließlich auch die Verkäufe.

Das Unternehmen arbeitet inzwischen daran, seine Beziehungen zu Einzelhändlern wieder zu stärken und ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Direktvertrieb und Verkauf über Handelspartner herzustellen. Für Nike ist dieser Schritt entscheidend, um Kunden über mehr Vertriebskanäle zu erreichen und seine Position gegenüber wachsenden Wettbewerbern zu festigen.

Sparkurs soll finanzielle Basis stärken

Mit dem geplanten Einsparvolumen von 2,5 Milliarden Dollar verschärft Nike nun seine Restrukturierung. Der angekündigte Stellenabbau zeigt zugleich, dass das Unternehmen bei der Sanierung auch tiefere Einschnitte in Kauf nimmt.

Die kommenden Quartale dürften zeigen, wie schnell Nike seine Vertriebsstrategie korrigieren und die Nachfrage stabilisieren kann. Trotz der eingeleiteten Maßnahmen rechnet das Management kurzfristig weiterhin mit rückläufigen Umsätzen. Der Konzern steht damit vor der Aufgabe, Kosten zu senken, seine Beziehungen zum Einzelhandel zu verbessern und gleichzeitig die Stärke seiner Marke in einem zunehmend umkämpften Sportartikelmarkt zu sichern.

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