Try-Out

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    Try-Outs haben besonders im amerikanischen Musical-Raum eine lange Tradition und werden lange vor der eigentlichen Premiere, meist fernab des Broadway, aufgeführt.
    Sie sind vor allem ein Mittel, herauszufinden, wie das Publikum auf einzelne Szenen einer Show, die Dialoge, Musik, Texte und Dramaturgie reagiert. Von Vorstellung zu Vorstellung wird angepasst und verändert, es werden neue Lieder und Szenen eingefügt oder ganz gestrichen. Musicals in der Try-Out-Phase befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium ihrer Entwicklungsphase.

    Viele bekannte Broadway-Musicals haben durch die Try-Out –Phase ihre heutige Inszenierung gefunden. Berühmte Beispiele sind „Wicked“, „next to normal“, oder „The Addams Family“.
    Im nordamerikanischen Raum sind solche Formate deshalb so wichtig, weil der Konkurrenzkampf am Broadway sehr groß ist und man sich als Produzent eine schlechte Berichterstattung zur Premiere oder Änderungen am Stück danach nicht leisten kann. Daher gilt es als oberste Prämisse, zur Premiere eine publikumswirksame, erprobte und endgültige Inszenierung abzuliefern.

    Im deutschsprachigen Raum sind Try-Outs nicht die Regel. Sicherlich ist es auch hierzulande wichtig, dass ein Stück schon zur Premiere funktioniert, aber aufgrund der geringen geographischen Ausdehnung des deutschsprachigen Musical-Raumes, dienen lediglich Workshops vor kleinen Publika und Previews dazu, die Wirkung eines Stückes zu testen und Änderungen vorzunehmen.

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    Stephan Huber

    „Das Musical sollte alles sein, was es sein möchte. Wer es nicht mag, soll zu Hause bleiben.“ (Oscar Hammerstein II.)

    Lieblings-Musical(s): „Once“, „Memphis“, „Hamilton” und der All-Time-Favorite: „Elisabeth“
    Lieblings-Komponist: Lin-Manuel Miranda
    Lieblings-Texter: Brian Yorkey
    Musical-Fan seit: „Elisabeth” (Essen)
    An Musicals fasziniert mich: Die Einheit von Story, Musik und Tanz. Musicals transportieren das, was Worte nicht mehr ausdrücken können. Ich brauche kein ausladendes Bühnenbild oder riesige Show-Effekte – eine leere Bühne, eine starke Stimme und ein ergreifender Song – DAS ist für mich das pure Musical-Theater.