DEB-Team bei der Eishockey-WM unter Druck: Nur ein Wunder hält Viertelfinal-Hoffnung am Leben

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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz bereits früh mit dem Rücken zur Wand. Nach drei Niederlagen in Folge droht dem Team von Bundestrainer Harold Kreis das Vorrunden-Aus. Besonders die schwache Offensive und gravierende Probleme in Über- und Unterzahl sorgen für Kritik und Ernüchterung.

Historisches Debakel gegen Gastgeber Schweiz

Das deutliche 1:6 gegen Gastgeber Schweiz in Zürich markierte einen neuen Tiefpunkt für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Nur zwei erzielte Tore nach drei Spielen, dazu bereits elf Gegentreffer – die bisherigen Zahlen erinnern eher an einen Abstiegskandidaten als an eine Mannschaft mit Viertelfinal-Ambitionen.

„Wir müssen alles besser machen“, sagte Nationalspieler Frederik Tiffels nach der deutlichen Niederlage. Auch innerhalb der Mannschaft wächst der Druck spürbar.

Ein sportlicher Abstieg ist für Deutschland bei diesem Turnier allerdings ausgeschlossen. Als Ausrichter der Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 besitzt der DEB einen festen Platz in der höchsten Spielklasse.

Schwieriges Restprogramm gegen Topgegner

Um die Chance auf das Viertelfinale noch zu wahren, benötigt Deutschland in den verbleibenden vier Gruppenspielen nahezu eine perfekte Bilanz. Vier Siege gelten praktisch als Pflicht.

Bereits am Mittwoch wartet mit den USA der nächste schwere Gegner. Der amtierende Weltmeister und Olympiasieger zählt erneut zu den Favoriten des Turniers. Die Partie beginnt um 20.20 Uhr und wird bei ProSieben sowie Magentasport übertragen.

Danach folgen weitere entscheidende Begegnungen gegen Ungarn, Österreich und Großbritannien. Vor allem das Duell mit Österreich könnte angesichts der Tabellenlage besondere Bedeutung bekommen.

„Wir müssen endlich die drei Punkte holen“, forderte Kapitän Moritz Seider mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Schwaches Überzahlspiel als großes Problem

Besonders enttäuschend verlief bislang das deutsche Special-Team-Spiel. Im Powerplay gehört Deutschland statistisch zu den schwächsten Mannschaften des gesamten Turniers. Nur Italien präsentierte sich mit einem Mann mehr auf dem Eis bislang noch ineffektiver.

Noch gravierender ist die Bilanz in Unterzahl. Dort stellt die DEB-Auswahl aktuell sogar das schlechteste Team der WM. Gerade gegen offensivstarke Nationen wie die Schweiz oder die USA wird diese Schwäche schnell bestraft.

„Da waren wir auch heute wieder nicht so gut“, kritisierte Verteidiger Kai Wissmann offen nach dem Spiel gegen die Schweiz.

Fehlende Konstanz belastet die Mannschaft

Neben den statistischen Problemen fehlt der deutschen Mannschaft bislang vor allem Stabilität im eigenen Spiel. Immer wieder schleichen sich einfache Fehler ein, sowohl im Spielaufbau als auch im Defensivverhalten.

„Wir spielen nicht das Eishockey, was wir spielen können“, monierte Frederik Tiffels. Die Mannschaft wirkte in den bisherigen Begegnungen häufig verunsichert und konnte nur phasenweise an frühere WM-Auftritte anknüpfen.

Dabei waren die Erwartungen vor dem Turnier durchaus hoch. Nach starken Leistungen bei vergangenen Weltmeisterschaften und der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen hatte sich Deutschland erneut Chancen auf die K.o.-Runde ausgerechnet.

Deutschland braucht jetzt eine Reaktion

Mit dem Spiel gegen die USA beginnt für das DEB-Team nun die entscheidende Phase der Gruppenrunde. Weitere Punktverluste könnten das vorzeitige Aus im Kampf um das Viertelfinale praktisch besiegeln.

Die kommenden Tage werden deshalb nicht nur sportlich, sondern auch mental zur Bewährungsprobe für die deutsche Mannschaft. Soll die WM noch eine erfolgreiche Wendung nehmen, braucht das Team nun eine deutliche Leistungssteigerung – und möglicherweise tatsächlich ein kleines Eishockey-Wunder.

Judith Hermann

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