Erweiterung des Erdwärmenetzes in Pullach, Deutschland

Pullach bei Nacht (Quelle: superdealer100 / flickr, creative commons)

Mit verstärkter kommunaler und lokaler Unterstützung wird das Erdwärmenetz in Pullach, Deutschland, ausgebaut und soll bis 2027 eine 100-prozentige Abdeckung erreichen.

Mit der Aufstockung des Eigenkapitals der kommunalen Geothermiegesellschaft Innovative Energie Pullach (IEP) von 12,5 Mio. Euro auf 30 Mio. Euro laufen die Planungen zum Ausbau des Erdwärmenetzes Pullach. Dies wurde vom Stadtrat genehmigt.

Das Geld wird unter anderem für die Bohrung von drei Erdwärmebohrungen im südlichen Pullach verwendet. IEP-Geschäftsführer Helmut Mangold erwartet durch die neuen Bohrungen eine zusätzliche Leistung von 77 MW und damit eine Verdreifachung der Erdwärmenutzung in Pullach. Außerdem wird IEP mit den Stadtwerken München unter der Isartal GmbH noch in diesem Jahr eine Erdwärmeheizung errichten.

Verstärkte Unterstützung vor Ort

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine bezeichnete Mangold die Ukraine als „Fukushima-Moment der fossilen Brennstoffe“. Das scheinen auch viele Pullacher zu sehen, denn die Nachfrage nach Erdwärme ist gestiegen, auch von jenen, die das Konzept bisher abgelehnt hatten. Etwa 100 weitere Haushalte sollen in diesem Jahr an das Netz angeschlossen werden, 200 weitere auf der Warteliste.

Der Ausbau des Fernwärmenetzes soll bis 2027 abgeschlossen sein, vier Jahre früher als ursprünglich geplant. Das Netz hat derzeit eine Gesamtlänge von rund 50 Kilometern und versorgt 1.119 Liegenschaften mit einer Last von 30 MW. Nach dem Ausbau soll das Netz eine Länge von rund 60 Kilometern erreichen und 1.640 Liegenschaften mit einer Last von 59 MW versorgen.

Geringes Investitionsrisiko

Aktuell deckt Geothermie bereits 46 % des privaten und gewerblichen Wärmebedarfs in Pullach, die Prozesswärme des Chemieunternehmens United Initiators nicht mitgerechnet. Mangold erwartet nach der Erweiterung eine Abdeckung von 100 %. Der IEP-Geschäftsführer betonte, wie wichtig die staatliche Unterstützung in Form von Bundesmitteln und behördlichen Genehmigungen für die Umsetzung dieses Ausbauvorhabens sei.

Bei wachsender Nachfrage und der Gewissheit des Vorhandenseins einer geothermischen Ressource ist das Investitionsrisiko für das Erweiterungsprojekt aus Sicht von IEP sehr gering. Damit ist der Ausbau ein deutlich besserer Business Case im Vergleich zum Ausbau der Geothermie in Pullach vor 20 Jahren.

2021 berichteten wir über eine technische Kooperation zwischen IEP und Geothermie Unterhaching, die auf eine technische Synergie zwischen den beiden Kommunen abzielte.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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