Hamburg und Schleswig-Holstein: Barriere auf dem Ohlsdorfer Friedhof zur Verhinderung des Verkehrs

Breite Straßen, kilometerweit entfernt ohne Ampel: Der Ohlsdorfer Friedhof war bisher für viele Autofahrer im Norden Hamburgs eine Abkürzung. Nicht länger. Es müssen jedoch keine Trauernden ins Grab gehen.

Hamburg (dpa / lno) – Eine Barriere auf dem Ohlsdorfer Friedhof soll den Durchgangsverkehr über die fast 400 Hektar Grünfläche im Norden Hamburgs verhindern. Die Barriere wurde an der Kreuzung Mittelallee / Ida-Ehre-Allee errichtet, teilte die Umweltbehörde am Freitag mit. Die Barriere wird für Gäste von Bestattungszeremonien, Mitarbeiter der Friedhofsindustrie sowie für Polizei und Feuerwehr geöffnet, ist jedoch kein Hindernis für Fußgänger und Radfahrer. Jedes Grab und jede Kapelle kann weiterhin mit dem Auto erreicht werden. Sie müssen lediglich ihren Eingang je nach Standort des Ziels auswählen.

“Angesichts der Größe des Friedhofs halten wir es für unerlässlich, dass alle Bereiche mit dem Auto erreichbar sind. Der Durchgangsverkehr wird nun jedoch beendet”, sagte Michael Pollmann (Greenes). Vorbeifahrende Autos waren für viele Besucher ein Ärgernis.

“Es war an der Zeit, ein klares Signal zu senden und diese Störung wirksam zu verhindern”, sagte der Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe, Carsten Helberg. Er fügte hinzu: “Bitte glauben Sie mir, dass jeder ohne Barriere auskommen wollte, aber es ist leider notwendig.”

Eine Verkehrszählung ergab, dass mehr als 60 Prozent der 8600 Autos pro Tag allein durch den Friedhof fahren. Nach der Hamburger Bestattungsverordnung ist dies jedoch verboten. Die Umweltbehörde verwies auf das Beispiel des Wiener Zentralfriedhofs, auf dem vor einigen Jahren ein Barrierensystem eingeführt wurde. Der Ohlsdorfer Friedhof ist nach Angaben der Verwaltung der größte Parkfriedhof der Welt.

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