Deutschland ermöglicht Mobilfunkbetreibern die Aussendung von Warnungen nach einer Flutkatastrophe

Hilfe beim Aufräumen nach starken Regenfällen in Bad Münstereifel, Nordrhein-Westfalen, am 21. Juli 2021. REUTERS / Thilo Schmuelgen / File Photo

BERLIN, 23. Juli (Reuters) – Deutschland wird es Mobilfunkbetreibern ermöglichen, Notfallwarnungen per SMS an bestimmte geografische Regionen zu senden, eine Technologie, die seit Jahrzehnten existiert, sich aber in Deutschland immer in Datenschutzfragen widersetzt hat.

Die Regierung sieht sich seit den katastrophalen Überschwemmungen letzte Woche, bei denen mindestens 180 Menschen ums Leben kamen, zunehmend Forderungen ausgesetzt, die Technologie einzuschalten. Einige haben argumentiert, dass Textwarnungen den Menschen eine bessere Chance geben würden, rechtzeitig Sicherheit zu erreichen.

Innenminister Horst Seehofer sagte gegenüber der ARD, er habe jetzt ein System zur Übertragung von Notfallalarmen an alle Handys bestellt, die an eine bestimmte lokale Netzwerkantenne angeschlossen sind.

“Die Warnungen an die Bevölkerung müssen auf allen Kanälen gehört werden”, sagte er und fügte hinzu, dass kurze Textnachrichten die bestehenden Notfallwarnsysteme in Deutschland, zu denen Sirenen, eine Smartphone-App namens NINA und Funk gehören, nur ergänzen könnten.

“Wenn Sie nachts aufwachen, müssen Sie sofort wissen, was passiert ist und was Sie tun müssen”, sagte er.

Deutschland hat einige der strengsten Datenschutzgesetze der Welt, die die Sensibilität bei jeder Form der Überwachung in einem Land widerspiegeln, das den Totalitarismus des 20. Jahrhunderts unter Hitlers Nazis und den DDR-Kommunisten erträgt.

Berichterstattung von Thomas Escritt Redaktion von Frances Kerry

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