Deutschland legt Plan zur Sanierung des Schienennetzes vor | Nachrichten | DW

Die Bundesregierung will den Umbau des deutschen Schienennetzes vorantreiben. Die Generalsanierung des ersten Schienenkorridors soll 2024 beginnen, kündigten Verkehrsminister Volker Wissing und DB-Chef Richard Lutz am Mittwoch in Berlin an.

Wie ist der aktuelle Zustand des deutschen Schienennetzes?

Wissing sagte, das Netzwerk sei jahrelang vernachlässigt und an „sein absolutes Limit“ getrieben worden. Viele Weichen und Stellwerke sind veraltet und sehr störanfällig. „So kann es nicht bleiben“, sagte er.

Die steigende Nachfrage, kombiniert mit alternder Infrastruktur und Bauarbeiten, führe zu „Stau und Verzögerungen mit massiven Auswirkungen auf alle Kunden“, sagte Lutz.

Die derzeitige Betriebsqualität des Eisenbahnsystems sei für niemanden akzeptabel und es sei ein radikaler Richtungswechsel erforderlich, fügte er hinzu.

Täglich durchqueren rund 51.000 Personen- und Güterzüge Deutschland. Laut Lutz soll diese Zahl bis 2030 auf 59.000 steigen.

Der Chef der Deutschen Bahn hatte bereits Ende Mai Alarm geschlagen und den Zustand des Netzes beklagt: „Wir haben ein kurzfristig nur schwer lösbares Dilemma: Wachsen und gleichzeitig modernisieren . „

Wie sehen die Pläne für die Zukunft der deutschen Bahn aus?

Die DB und das Verkehrsministerium wollen das Problem lösen, indem sie die besonders stark frequentierten Abschnitte des Schienennetzes in ein „Hochleistungsnetz“ umwandeln, das zu einem Qualitäts- und Stabilitätsanker für das gesamte Schienennetz werden soll.

Laut Lutz machen die stark belasteten Abschnitte etwa 10 % des Gesamtnetzes aus, das sind rund 3.500 Kilometer (2.175 Meilen). Diese Abschnitte sind bereits zu 125 % ausgelastet. Bis 2030 soll die Länge der stark belasteten Abschnitte auf 9000 Kilometer steigen, sagte der DB-Chef.

Bei der geplanten Generalsanierung will die DB drei neue Kriterien berücksichtigen. Zunächst sollen alle geplanten Baumaßnahmen „radikal gebündelt“ werden, um Straßenabschnitte über mehrere Jahre von Baustellen freizuhalten.

Zweitens sollen künftig bei Bauarbeiten nicht nur bestehende Mängel beseitigt, sondern auch zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Hochleistungsbahnen müssen einen „erstklassigen Ausstattungsstandard“ erhalten. Drittens sollte eine benutzerfreundlichere Konstruktion bei der Planung zukünftiger Konstruktionen verwendet werden.

Die Schiene spielt bei den deutschen Klimaschutzzielen für 2030 eine wichtige Rolle. Bis dahin sollen die Fahrgastzahlen verdoppelt und der Anteil des Schienengüterverkehrs deutlich gesteigert werden.

dh/kb (AFP, dpa, Reuters)

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