Die Merkel-Jahre erlebten eine boomende Wirtschaft, die die Ungleichheit verstärkte

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Da ihre 16-jährige Amtszeit mit den Bundestagswahlen am Sonntag endet, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Früchte der Wirtschaftsreformen der Agenda 2010 ihres Vorgängers geerntet – Jahre soliden Wachstums und niedriger Arbeitslosigkeit. Doch Kritiker verurteilen eine größere Ungleichheit. FRANCE 24 berichtete aus Berlin.

Bevor Merkel bei der Bundestagswahl 2005 zurücktrat, spaltete ihr sozialdemokratischer Vorgänger Gerhard Schröder die deutsche Öffentlichkeit mit den Wirtschaftsreformpaketen Agenda 2010, die sowohl Steuern als auch das Sozialsystem senkten.

Internationale Beobachter und Stimmen der deutschen Rechten würdigen dieses Maßnahmenpaket zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Dynamik des Landes. Die deutsche Arbeitslosenquote hat sich seit Merkels Amtsantritt auf nahezu Vollbeschäftigung halbiert.

„Wir haben volle Kapazitäten“, sagt Gabriele Kostner, Geschäftsführerin von Müller-Zeiner Industrieverpackungen, einem kleinen Hersteller von Versandzubehör in Berlin.

„Unsere Exporte haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt“, so Kostner, Mitglied der CDU von Merkel, weiter. „Frau Merkel ist die Politikerin Nummer eins der Welt. Und ihr guter Ruf hat auf unsere Produkte abgefärbt.“

Aber niedrige Gehälter in Sektoren wie dem Gesundheitswesen und digitalen Dienstleistungen haben die Ungleichheit erhöht, da die Hälfte der Bevölkerung 99,5 Prozent des deutschen Vermögens besitzt.

Ein Fünftel der Arbeitnehmer hat nur befristete Jobs, während 13 Millionen Deutsche, darunter drei Millionen Kinder, als in Armut lebend eingestuft werden.

„Unsere Kinder bleiben auf der Strecke, und die Pandemie hat es wirklich deutlich gemacht“, sagte Bernd Siggelkow, Gründer von Arche, einer Nichtregierungsorganisation zur Bekämpfung von Kinderarmut, die rund 7.000 Kindern in 20 deutschen Städten hilft. „Sie haben finanzielle, aber auch schulische Probleme. Wenn die Eltern keine gute Ausbildung haben, können sie ihren Kindern nicht helfen.“

Klicken Sie oben auf den Videoplayer, um den vollständigen Bericht von FRANCE 24 anzuzeigen.

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