Erfolgreiches & branchenübergreifendes Online Marketing, ohne gegen Gesetze zu verstoßen

Egal in welcher Branche man schaut, es herrscht immer ein intensiver Konkurrenzkampf. Da ist die richtige Werbung mittlerweile genauso wichtig wie die Qualität des Produkts. Doch bei der Entwicklung einer effizienten Werbe- und Marketingstrategie sollte man unbedingt im legalen Rahmen bleiben, um nicht wie Google abgemahnt zu werden. Welche Knackpunkte gibt es für Start-ups im Versicherungswesen, beim Vertrieb von Konsumgütern oder in der Unterhaltungsbranche, die beim Kampf um neue Kundschaft beachtet werden müssen?

Was ist passiert? Datenschutz-Beschwerde gegen Google

Google werden bei der aktuellen Datenschutzbeschwerde gleich zwei Vergehen vorgeworfen. Das klagende Unternehmen noyb.eu weist ausdrücklich darauf hin, dass immer wieder direkte Werbemails von Google bei Nutzern von Gmail eingehen, ohne dass diese der Werbeaktion zugestimmt haben. Werbemails, die direkt ins Postfach gelangen, bedürfen laut EU-Gesetz der ausdrücklichen Zustimmung der Empfänger.

Diese Ansage nimmt Google nicht wirklich für voll und schiebt obendrein ähnliche Mails der Konkurrenz in den Spam, die eigenen aber nicht. Die französische Datenschutzbehörde (CNIL) befasst sich mit diesem Anliegen und es kann durchaus zu einer empfindlich hohen Strafe für Google kommen, wie bereits 2021. Damals verhängte die CNIL eine Geldstrafe über 150 Millionen Euro.

Welche legale Marketingstrategie empfiehlt sich?

Es gibt eine Reihe von Marketingtools, die bei unterschiedlichen Strategien angewendet werden. Bei einigen Punkten sollte man jedoch besonders viel Fingerspitzengefühl beweisen, denn genau hier kommt das Kleingedruckte der Gesetze ins Spiel.

Werbeversprechen

Nur das, was auch wirklich geboten wird, darf in den Werbebotschaften angepriesen werden. Werden von einem neuen Online-Shop beispielsweise 100 % Öko-Textilien promoviert, dann muss dies mit den entsprechenden Zertifikaten auch bewiesen werden. Ähnliches gilt in der Unterhaltungsbranche, wenn beispielsweise polnische Online Casinos, die auf dem europäischen Markt Fuß fassen wollen, nur Spiele der Top-Hersteller anbieten.

Der genaue Wortlaut ist entscheidend. Es muss beweisbar sein, dass es sich in diesem Fall um die besten Hersteller der Branche handelt. Bei Formulierungen wie “das beste Produkt am Markt“, “Top-Qualität” oder auch „Beste Preise”, dann muss dies nachvollziehbar sein. Ist dies nicht der Fall, kann dem Unternehmen schnell Irreführung vorgeworfen werden.

Marketing via E-Mail

E-Mail-Marketing ist einer der am häufigsten verwendeten Werbekanäle, doch hier gilt es einiges zu beachten. Am Beispiel von Google wird sichtbar, dass es doch zu sehr empfindlichen Strafen kommen kann, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht respektiert werden. Sowohl für die direkte Werbung als auch für die Werbung mittels Newsletter muss eine Einwilligung des Empfängers vorliegen.

  • Bereits vor dem ersten Versand einer Werbemail muss die Einwilligung vorliegen.
  • Der Empfänger muss die Einwilligung aktiv abgegeben haben, sprich mit Checkbox oder Double-Opt-In.
  • Logfiles oder andere Registerdateien müssen die Einwilligung speichern.
  • Bestellabschluss und Einwilligung zum Newsletter dürfen nicht voneinander abhängig sein.
  • Die Einwilligung muss jederzeit widerrufbar sein. Dabei dürfen keine Nachteile entstehen.
  • Der Empfänger muss genau wissen, wozu er seine Einwilligung gibt.

Künstliche Verknappung von Produkten

Verknappung zeigt sich in Form von “So viele andere Kunden haben diesen Artikel gerade gekauft.” oder “Es sind nur noch X Produkte verfügbar.”. Mit diesen Angaben wird das Phänomen FOMO ausgelöst. Der Druck auf die Kunden wird erhöht, denn es wird das Gefühl geschaffen, dass sie etwas verpassen könnten – Fear Of Missing Out.

Falschangaben hinsichtlich verfügbarer Waren verstoßen gegen die Regeln und können zu Strafen führen, denn es wird künstlich der Druck auf die Kunden erhöht. Generell gibt es aber nichts, was gegen eine Anzeige der Verfügbarkeit spricht, solange diese der Wahrheit entspricht.

Influencer richtig integrieren

Marketing über Influencer ist eine sehr erfolgreiche Methode, die Reichweite einer Marke und von Produkten zu vergrößern. Doch auch hier sollten einige Vorgaben beachtet werden, denn schnell wird der Vorwurf von Schleichwerbung laut.

So muss deutlich sichtbar sein, wenn ein kommerzieller Zweck verfolgt wird. Dieser kommerzielle Zweck entsteht, wenn der Influencer eine Bezahlung oder eine andere Gegenleistung erhält. Wer einen Influencer in seine Marketingstrategie integrieren möchte, sollte einen schriftlichen Vertrag über die Leistungen aufsetzen und die Leistungen genau detaillieren.

Werden die Rahmenbedingungen befolgt, entstehen keine Schwierigkeiten mit dem Gesetz und das digitale Marketing kann sehr gute Resultate erbringen. Dabei sollten Unternehmen, egal welcher Branche, immer auf Änderungen vorbereitet sein, denn mit der sich weiterentwickelnden Technik werden auch immer wieder neue Gesetze und Vorschriften fällig.

Written By
More from Jochen Fabel
Facebook steht vor dem deutschen Versuch, die WhatsApp-Sammlung zu stoppen
Von Stephanie Bodoni Eine der schwierigsten Datenaufsichtsbehörden Deutschlands beantragt eine behördliche Anordnung...
Read More
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.