Erste Fälle von Affenpocken in Deutschland bestätigt, Gesundheitsministerium erwartet mehr

Deutschland hat sich anderen europäischen Ländern angeschlossen und seine ersten Fälle von Affenpocken beim ersten multinationalen Ausbruch des Virus bestätigt.

Vier Fälle von Affenpocken in Deutschland bestätigt

Am Sonntagnachmittag gab es in Deutschland vier bestätigte Fälle von Affenpocken – einen in München und drei in Berlin. Da derzeit mutmaßliche Kontakte verfolgt und Proben getestet werden, ist es wahrscheinlich, dass in den nächsten Tagen weitere Fälle auftauchen werden.

„Aufgrund der zahlreichen Kontakte der aktuell Infizierten ist in Europa und auch in Deutschland mit weiteren Erkrankungen zu rechnen“, schrieb das Bundesgesundheitsministerium in einer Mitteilung vom Wochenende. „Es ist jetzt eine Veranstaltung mit internationaler Besetzung.“

Insgesamt wurden mehr als 130 bestätigte und vermutete Fälle in vielen Ländern auf der ganzen Welt gemeldet, darunter Großbritannien, die Niederlande, schweizerischÖsterreich, Kanada, Argentinien und den Vereinigten Staaten, wo es zum ersten Mal einen größeren Ausbruch der Krankheit außerhalb West- und Zentralafrikas gab und zum ersten Mal Fälle entdeckt wurden, die nicht mit Reisen aus diesen Regionen in Verbindung gebracht werden können.

Die Krankheit verursacht normalerweise leichte Symptome wie Hautausschlag und Fieber

Die Krankheit breitet sich nicht leicht aus und verursacht normalerweise nur leichte Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schwellungen und einen schmerzhaften juckenden Hautausschlag, der normalerweise nach einigen Wochen von selbst abklingt. Das Virus kann jedoch bei Kindern, Frauen in allen Stadien der Schwangerschaft und immungeschwächten Personen zu schwereren Erkrankungen führen.

Der Pockenimpfstoff ist dafür bekannt, einen guten Schutz gegen das Affenpockenvirus zu bieten – das selbst einer der Faktoren hinter der aktuellen Epidemie ist. Seit die Pocken in den 1970er Jahren ausgerottet wurden, haben Länder auf der ganzen Welt die routinemäßige Verabreichung des Pockenimpfstoffs eingestellt. Die Impfpflicht wurde 1975 in Westdeutschland und 1982 in Ostdeutschland ausgesetzt.

Die Bundesregierung hat immer noch etwa 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff auf Lager, und 2 Millionen Dosen des Vorrats werden an die Weltgesundheitsorganisation gespendet, um zur Eindämmung des Ausbruchs beizutragen.

RKI: Das Risiko für die deutsche Bevölkerung ist gering

Das Robert-Koch-Institut stuft in einer Risikobewertung das aktuelle Gesundheitsrisiko für die allgemeine Bevölkerung in Deutschland als gering ein.

Das aktuelle Infektionsmuster deutet darauf hin, dass das Virus hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Daher wird allen Personen, die regelmäßig den Partner wechseln oder engen Kontakt zu Personen haben, die sie nicht gut kennen, dringend empfohlen, bei Hautausschlag einen Arzt aufzusuchen.

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