Industriepark Frankfurt-Höchst: Grundsteinlegung für Wasserstofftankstelle für Züge | hessenschau.de

In Frankfurt-Höchst wird der Kraftstoff für Züge bald von einer Wasserstofftankstelle kommen. Das ehrgeizige Projekt soll bis 2022 abgeschlossen sein und der Grundstein wird am Montag gelegt. 27 Züge müssen vom Kraftstoff profitieren.

Der Kern eines ehrgeizigen Verkehrs- und Umweltprojekts wird im Industriepark Frankfurt-Höchst gebaut. Am Montag wird der Grundstein für eine Tankstelle gelegt, an der Schienenfahrzeuge mit Wasserstoff versorgt werden können. Es kommt in großen Mengen im riesigen chemischen Komplex vor, wurde jedoch bisher nur selten zur Verwendung emissionsfreier Brennstoffzellen in Fahrzeugen eingesetzt.

Dies sollte sich im Dezember 2022 grundlegend ändern. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat mit dem innovativen Brennstoffzellenantrieb mit 27 Zügen die weltweit größte Schienenfahrzeugflotte bestellt.

Auftrag im Wert von rund 500 Millionen Euro

Ab dem Fahrplanwechsel 2022/23 müssen die Bahnen die traditionellen Dieselfahrzeuge auf vier nicht elektrifizierten Strecken im Taunus ersetzen. Der wichtigste Auftrag mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro enthält auch die Wasserstoffversorgung des Industrieparks Höchst. Das Land Hessen und die Bundesregierung unterstützen das Projekt.

Mit dem direkten Einsatz der neuen Züge gehören Dieselruß, CO2, Stickoxid und Feinstaub der Vergangenheit an, da Wasserstoff in ihren Brennstoffzellen sauber mit Sauerstoff reagiert. Das Ergebnis ist Wärme, Strom für die Motoren und Wasserdampf als Abfallprodukt.

Wasserstoff ist nicht klimaneutral

Im Industriepark verfügt der Betreiber Infraserv über langjährige Erfahrung mit dem hochexplosiven Gas, das bei der Herstellung organischer Rohstoffe in der Chlorochemie entsteht. Bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse wird zunächst viel Energie verbraucht, daher kann der so gewonnene Wasserstoff nicht als klimaneutral angesehen werden.

Bisher wurde das Gas zur Düngemittelherstellung verwendet oder einfach zur Stromerzeugung verbrannt. Es gibt auch eine Wasserstofftankstelle für Busse und Autos.

Der Power-to-Gas-Prozess sollte dies beheben

Nachhaltiger „grüner“ Wasserstoff ist nur verfügbar, wenn das Gas nur mit erneuerbarer Energie erzeugt wird. Insbesondere die Windenergiebranche hofft sehr auf den Power-to-Gas-Prozess, bei dem Wasser mithilfe von Windkraft in Sauerstoff und speicherbaren Wasserstoff aufgeteilt wird.

Technisch basiert das Auto „Coradia iLint 54“ mit 160 Sitzen auf einem bewährten Dieselmodell des Herstellers Alstom. Neu sind die Brennstoffzellen, Wasserstofftanks und Zusatzbatterien zur Zwischenlagerung. Für Alstom bedeutet der Auftrag aus dem Rhein-Main-Gebiet den zweitwichtigsten Auftrag für den Treibstoffzug nach Niedersachsen.

Sendung: hr-iNFO, 26.10.2020, 09:00 Uhr

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