ISIS-Tochter für Terroranschlag in Kabul verantwortlich mit Verbindungen nach Deutschland

Die Khorasan-Zelle des Islamischen Staates (IS), die sich zu den Bombenanschlägen in Kabul bekennt, ist für Hunderte von Anschlägen in Afghanistan verantwortlich. Sein Arm erreichte jedoch auch Deutschland.

Der IS-Ableger wurde vor etwa sechs Jahren als eine von vielen regionalen Gruppen gegründet, die dem damaligen IS-Führer Abu Bakr al Baghdadi die Treue geschworen haben. IS-Vertreter aus der Zentralzone, die für ein Weltkalifat kämpften, waren in die Region gereist, um weitere potenzielle Partner zu finden.

Anschließend schlossen sich ehemalige pakistanische Taliban-Kämpfer (auch bekannt als Tehrik-e Taliban Pakistan) und das Haqqani-Netzwerk sowie IS-Kämpfer aus anderen Teilen der Welt dem IS Khorasan an.

Der Name bezieht sich auf die historische Khorasan-Region in Zentralasien, die neben Afghanistan auch Teile von Pakistan, Iran, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan umfasst.

Die ersten Anführer der ISIS-Provinz Khorasan sind alle nacheinander durch US-Militärangriffe getötet worden. Bis heute erhält der IS-Angehörige jedoch weiterhin Anweisungen vom ISIS-Hauptquartier, das seit dem Verlust des Territoriums untergetaucht ist.

Anschläge mit brutalsten Mitteln auszuführen und den Angriff durch eine IS-Verbindung zu gestalten, bedeutet für das imaginäre Kalifat einen bedeutenden Erfolg.

Etwa 1000 Personen würden dem IS-Zweig zugeteilt. In den vergangenen Jahren hat er Hunderte von Anschlägen in Afghanistan verübt, unter anderem gegen lokale afghanische Behörden und afghanische Sicherheitskräfte, in den letzten Wochen beispielsweise in Kabul, Herat und Dschalalabad.

Zudem reicht der Arm der Khorasan-Tochter bis nach Deutschland: In Düsseldorf wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine mutmaßliche Terrorzelle entdeckt, die von Khorasan in Afghanistan kontrolliert und radikalisiert wurde.

Fünf Männer tadschikischer Herkunft wurden im vergangenen April von Spezialeinheiten in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, im Januar 2019 eine Terrorzelle errichtet zu haben, Anschläge in Deutschland zu planen und Gelder für die IS-Tochter Khorasan zu sammeln.

Bild von ResoluteSupportMedia (Flickr) /Namensnennung 2.0 generisch (CC BY 2.0)

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