Nach Hoeneß-Kritik: Klopps Berater Marc Kosicke sucht das Gespräch

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Die umstrittene Rolle von Marc Kosicke beim Deutschen Fußball-Bund hat zuletzt für Diskussionen gesorgt. Nach kritischen Äußerungen von Uli Hoeneß soll der langjährige Berater von Bundestrainer Jürgen Klopp nun persönlich Kontakt mit dem Bayern-Ehrenpräsidenten aufgenommen haben.

Hoeneß und Kosicke führen konstruktives Telefonat

Uli Hoeneß und Marc Kosicke haben ihre Differenzen offenbar in einem direkten Gespräch erörtert. Nach Informationen des Pay-TV-Senders Sky telefonierten die beiden miteinander und führten dabei einen konstruktiven Austausch.

Hoeneß und Kosicke kennen sich bereits seit mehreren Jahren. Ob das Gespräch alle offenen Fragen zur künftigen Tätigkeit des Beraters beim DFB ausräumen konnte, ist bislang nicht bekannt.

Kritik an Klopps neuem Team beim DFB

Hoeneß hatte zuvor deutlich kritisiert, dass der DFB mit Jürgen Klopp faktisch auch dessen Berater verpflichtet habe. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München bezeichnete die Konstellation als „Friendly Takeover“.

„Klopp und Co. haben den DFB übernommen und das halte ich für falsch“, erklärte Hoeneß. Grundsätzlich traut er Klopp als Bundestrainer zwar zu, vieles zu verbessern. Die Einbindung Kosickes bewertet der Weltmeister von 1974 jedoch skeptisch.

Kosicke soll strategische Aufgaben übernehmen

Klopp hatte seinen langjährigen Berater als eine Art Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation vorgestellt. In der offiziellen Mitteilung des DFB zur Verpflichtung des neuen Bundestrainers wurden Kosicke und dessen konkrete Funktion allerdings nicht erwähnt.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte später, Kosicke werde als „externer Mitarbeiter“ tätig sein und zugleich „jeden Zugang im Verband“ erhalten. Neuendorf bezeichnete ihn außerdem als „wichtige Schnittstelle“.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Klopp und Kosicke sei bereits während der Verhandlungen ein entscheidender Faktor gewesen. „Es war ganz klar, dass die beiden so eng miteinander verwoben sind, dass sie nur im Paket zu haben sind“, sagte der DFB-Präsident.

Hoeneß sieht möglichen Interessenkonflikt

Vor allem Kosickes geschäftliche Tätigkeit sorgt bei Hoeneß für Bedenken. Der Bayern-Ehrenpräsident erklärte, er könne bislang nicht genau erkennen, welche Aufgaben der Berater innerhalb des Verbandes übernehmen solle.

„Der hat eine Spieleragentur und die hat er als Geschäftsführer. Die Anteile auch. Das halte ich für ein Problem“, sagte Hoeneß. Seine Kritik zielt damit offenbar auf einen möglichen Interessenkonflikt zwischen Kosickes Tätigkeit für den DFB und seinen wirtschaftlichen Interessen als Geschäftsführer und Anteilseigner einer Agentur.

Watzke widerspricht dem Bayern-Ehrenpräsidenten

Widerspruch erhielt Hoeneß von DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke. Der langjährige Geschäftsführer von Borussia Dortmund kann die Kritik an den Begleitumständen der Klopp-Verpflichtung nicht nachvollziehen.

„Da habe ich eben eine andere Meinung als er. Ich weiß nicht, was das mit ‚Friendly Takeover‘ zu tun hat. Die letzten beiden Bundestrainer kamen vom FC Bayern – mit Julian Nagelsmann und Hansi Flick. Da hat auch niemand gesagt, das ist ein ‚Friendly Takeover‘ des FC Bayern“, sagte Watzke im Gespräch mit RTL und Sky.

Mit dem Telefonat zwischen Hoeneß und Kosicke scheint der persönliche Austausch zunächst wieder auf einer sachlichen Ebene angekommen zu sein. Die Debatte über Kosickes genaue Aufgaben, seine Befugnisse und mögliche Interessenkonflikte dürfte den DFB dennoch weiter begleiten.

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