Chipdeal entlarvt Deutschlands geringe Glaubwürdigkeit

Ein Wafer ist in Boschs neuer 300-Millimeter-Waferfabrik für Siliziumchips in Dresden am 31. Mai 2021 zu sehen. REUTERS/Matthias Rietschel

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LONDON, 27. Januar (Reuters Breakingviews) – Deutschland geht gegenüber ausländischen Übernahmen passiv-aggressiv vor. Es ist ein Jahr her, seit GlobalWafers (6488.TWO) aus Taiwan angeboten hat, den deutschen Siliziumwafer-Hersteller Siltronic für rund 4,4 Milliarden Euro in bar zu kaufen. Allerdings prüft das Wirtschaftsministerium in Berlin das Angebot noch. Stimmt er bis zum 31. Januar nicht zu, scheitert der Deal. Viel Hoffnung haben die Aktionäre nicht: Die Siltronic-Aktie notierte am Donnerstagnachmittag mit 115 Euro deutlich unter dem Angebotspreis von 145 Euro.

Es ist nachvollziehbar, dass Deutschland angesichts der weltweiten Verknappung von Siliziumchips seine Kapazitäten zur Herstellung von Wafern, einer Schlüsselkomponente von Halbleitern, erhalten will. Die Behörden könnten Abhilfemaßnahmen wie ein Veto gegen zukünftige Eigentümerwechsel verlangen. Überraschend ist jedoch die scheinbare Funkstille. GlobalWafers-Chefin Doris Hsu sagte, sie habe die Übernahme in letzter Zeit nicht mit der Regierung besprechen können. Der Mangel an Klarheit wird ausländische Unternehmen davon abhalten, in Zukunft in dem Land zu investieren. (Von Karen Kwok)

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(Der Autor ist ein Kolumnist von Reuters Breakingviews. Die geäußerten Meinungen sind ihre eigenen.)

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Redaktion von Peter Thal Larsen und Oliver Taslic

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