Der deutsche Uniper schließt sich den Kollegen an, um das Darlehen an Nord Stream 2 abzuschreiben

Von Christoph Steitz und Victoria Waldersee

FRANKFURT (Reuters) – Der deutsche Energieversorger Uniper hat am Montag als jüngstes Unternehmen sein finanzielles Risiko für das ausgesetzte Pipelineprojekt Nord Stream 2 abgeschrieben und als Reaktion auf die Invasion Moskaus in der Ukraine einen Verkaufsprozess für seine russische Tochtergesellschaft angekündigt.

Berlin stoppte das Ostseepipelineprojekt Nord Stream 2, das den russischen Gasfluss nach Deutschland verdoppelt hätte, nach der russischen Invasion in der Ukraine, die Moskau als „Sonderoperation“ bezeichnet.

Uniper sagte, es werde sein Darlehen von 987 Millionen Euro (1,07 Milliarden US-Dollar) an Nord Stream 2 vollständig schwächen und sich den Pipeline-Kofinanzierern Wintershall Dea, Shell und OMV anschließen, die in den letzten Wochen ähnliche Schritte unternommen haben.

Uniper, an dem das finnische Unternehmen Fortum zu 78 % beteiligt ist, hat bisher von drastischeren Maßnahmen als Reaktion auf die Ukraine-Krise abgesehen, da das Unternehmen stark in Russland engagiert ist und einer der größten Importeure von russischem Gas ist.

„Gerade vor dem Hintergrund unserer langjährigen Geschäftsbeziehungen mit Russland sind wir erschüttert und bewegt von dieser beispiellosen Entwicklung“, sagte Uniper-Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Maubach.

Die Gruppe sagte, ihre Aussichten für 2022 würden nicht beeinträchtigt.

Uniper sagte, es habe Ende letzten Jahres einen Verkaufsprozess für seine russische Sparte Unipro begonnen, an der es einen Anteil von 83,7 % hält, und fügte hinzu, dass es aufgrund der jüngsten Ereignisse verschoben worden sei, aber so bald wie möglich wieder aufgenommen werde.

Uniper werde keine neuen Investitionen in Russland tätigen oder neue langfristige Lieferverträge für Erdgas im Land abschließen, sagte er. Es wird jedoch weiterhin seine bestehenden Verträge erfüllen.

Das Unternehmen sagte auch, es habe beschlossen, seine russischen Kohlelieferverträge, die bis 2022 laufen, nicht zu verlängern und Pläne für ein Flüssigerdgasterminal in Wilhelmshaven wieder aufzunehmen, um die Energieversorgung Deutschlands zu diversifizieren.

Uniper wird auch versuchen, eine Ende April auslaufende, nicht genehmigte Kreditlinie in Höhe von 2 Milliarden Euro von der KfW zu verlängern.

($ 1 = 0,9206 Euro)

(Berichterstattung von Christoph Steitz und Victoria Waldersee; Redaktion von Chris Reese und Marguerita Choy)

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