Deutsche rechtsextreme AfD vor Oberstem Gerichtshof wegen öffentlicher Finanzierung – EURACTIV.com

Deutschlands rechtspopulistische Partei AfD will das Bundesverfassungsgericht davon überzeugen, dass sie wie andere politische Parteien öffentliche Zuschüsse für ihre parteinahe Stiftung erhalten sollte.

Die Partei fordert bis zu 70 Millionen Euro von rund 660 Millionen Euro öffentlicher Mittel, die für die Erasmus-Desiderius-Stiftung (DES) vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe zur Verfügung stehen. Ihr gesetzlicher Vertreter, Ulrich Vosgerau, argumentiert, dass die AfD gegenüber konkurrierenden Parteien und ihren Landesstiftungen rechtswidrig benachteiligt werde.

Der Schritt wurde von der liberalen Koalitionspartei FDP scharf kritisiert und forderte, DES-Subventionen gesetzlich zu verhindern.

„Kein Geld aus Bundesmitteln sollte verwendet werden, um die Ausbildung rechter Kader zu fördern“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Stephan Thomae, gegenüber RND.

Weder die Gewährung öffentlicher Gelder noch deren Einbehalt sind bislang gesetzlich geregelt. Über staatliche Zuwendungen an parteinahe Stiftungen entscheidet seit 1967 allein der Bundestag im Rahmen von Haushaltsberatungen.

Von den sechs mit den Parteien verbundenen Stiftungen ist die DES die einzige, die nicht vom Staat subventioniert wird. Nach dem Haushaltsgesetz 2022 sollten nur diejenigen, die sich für eine liberaldemokratische Basispolizei einsetzen, Mittel erhalten. Der Stiftung und ihrer Partei wurde jedoch aufgrund ihrer früheren Verbindungen zu rechten und neonazistischen Gruppen finanzielle Unterstützung verweigert.

Ein weiteres entscheidendes Problem ist das der Voreingenommenheit. Um gefördert zu werden, haben Stiftungen den Auftrag, „von den Parteien rechtlich und faktisch unabhängige Anstalten zu sein, die ihre Aufgabe unabhängig, eigenverantwortlich und im Rahmen ihres Zwecks erfüllen“.

Auf die Frage in der Anhörung angesprochen, machte die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und jetzige DES-Vorsitzende Erika Steinbach eine erschütternde Aussage, die Stiftung seien keine „politischen Eunuchen“ und „in den meisten Fächern“. [the DES] ist AfD-konform“.

Ein endgültiges Urteil wird frühestens im nächsten Jahr erwartet.

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