Deutschland priorisiert den Energiebedarf auf der Schiene, wenn sich die Rheinstörung verschlimmert

BERLIN, 14. August (Reuters) – Deutschland plant, dem Transport von Materialien und Ausrüstungen, die für die Energieerzeugung auf den Schienennetzen des Landes unerlässlich sind, Vorrang einzuräumen, falls der Wasserstand auf dem Rhein weiter sinken und die Schifffahrt auf dem Fluss behindern sollte, zeigt ein Entscheidungsentwurf.

DB Netz, der Schienennetzzweig des Bahnbetreibers Deutsche Bahn, hat bereits Nutzungsbedingungen abgelehnt, um Zügen, die Mineralölprodukte und Steinkohle für Generatoren transportieren, Vorrang einzuräumen, da Deutschland mit einer Energiekrise zu kämpfen hat.

„Ziel ist es, den kontinuierlichen Betrieb von Kraftwerken, Raffinerien, Stromnetzen und anderer systemrelevanter Infrastruktur sicherzustellen“, heißt es in dem von den Verkehrs- und Wirtschaftsministerien erarbeiteten und Reuters eingesehenen Entwurf.

Es bezog sich auch auf Gas- und Transformatorausrüstung für die Stromerzeugung und -übertragung, die Vorrang vor Personendiensten und anderen industriellen Anforderungen hat.

Das Bundeskabinett muss dem auf sechs Monate befristeten Übergangsgesetz zustimmen, heißt es in dem Entwurf.

Die Wasserstände auf dem Rhein sind aufgrund ungewöhnlich heißer und trockener Witterung niedrig, was es vielen Schiffen unmöglich macht, die kritische Schifffahrtsroute voll beladen zu befahren.

Dies fiel zusammen mit einer Verknappung von Gas für Kraftwerke, Heizungen und Industrieprozesse aufgrund geringerer russischer Exporte, was dazu führte, dass die Betreiber vorübergehend auf einen höheren Kohle- und Ölverbrauch umstellten.

„Wir brauchen außerordentliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck in einer Erklärung.

Ein wichtiger Referenzpegel der Wasserlinie an der Engstelle von Kaub bei Koblenz lag am Sonntagnachmittag (1000 GMT) bei 34 Zentimetern und damit 3 cm niedriger als zur gleichen Zeit am Samstag.

Kaub erreichte 2018 einmal 25 cm. (Berichterstattung von Andreas Rinke und Vera Eckert; Redaktion von Alexander Smith)

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