Deutschland unsicher über seine militärische Zusammenarbeit mit der malischen Junta

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hofft, bis September Klarheit über den weiteren Einsatz der Bundeswehr in Mali zu haben. Es sei nicht mehr klar, ob die Regierungsjunta ihre Präsenz noch begrüße.

„Malische Führer müssen erklären, ob sie weiterhin mit der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus zusammenarbeiten wollen, wenn wir willkommen sind.

„Daran habe ich derzeit meine Zweifel“, sagte Lambrecht der dpa am Samstag vor der Reise eines hochrangigen UN-Beamten nach Mali.

Es sei nicht hinnehmbar, dass „Belästigungspraktiken“ die Arbeit deutscher Soldaten erschweren und teilweise unmöglich machen.

Für September ist eine Kontingentrotation geplant, wodurch die meisten Soldaten, die im Rahmen der UN-Friedensmission MINUSMA in Mali stationiert sind, ersetzt werden.

Die Beziehungen zwischen Berlin und Bamako sind seit einem Militärputsch in Mali im vergangenen Jahr angespannt.

Die Lage hat sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert, die malische Junta erklärte, sie werde vorerst keine personellen Veränderungen bei den internationalen Streitkräften zulassen.

Letzte Woche hinderten malische Behörden acht Angehörige der deutschen Streitkräfte daran, ein ziviles Flugzeug zu besteigen, was in Berlin als „Belästigung“ bezeichnet wurde.

Andererseits bittet die malische Regierung um Aufklärung über die Beziehungen der Bundesregierung zu 49 am 10. Juli in Bamako festgenommenen ivorischen Soldaten.

Die Soldaten wurden unter dem Vorwurf festgenommen, illegal in das Land eingereist zu sein, die malische Regierung zu destabilisieren und Söldner zu sein.

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums werden die Streitkräfte jedoch seit 2019 mit Wissen und Zustimmung der malischen Behörden zur Bewachung einer UN-Basis am Flughafen Bamako eingesetzt, die auch von Deutschland genutzt wird.

Am Sonntag bricht UN-Untergeneralsekretär für Friedenseinsätze Jean-Pierre Lacroix zu einer fünftägigen Reise nach Mali auf, um mit der lokalen Regierung über die Zukunft der MINUSMA zu sprechen.

(AFP/NAN)

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