Die deutsche Staatsverschuldung steigt erneut

Berlin: Die Staatsverschuldung Deutschlands ist im zweiten Quartal (Q2) 2022 um 25 Milliarden Euro auf 2,34 Billionen Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Während die Staatsverschuldung zu Jahresbeginn leicht zurückging, verzeichnete Europas größte Volkswirtschaft aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation einen „kontinuierlich steigenden Finanzierungsbedarf des Bundes und seiner Sondervermögen“, erklärte Destatis.

Deutschland strebe 2023 die Rückkehr zu ausgeglichenen Haushalten an und werde daher erstmals seit 2020 die „Schuldenbremse“ anwenden, die eine Neuverschuldung verhindere, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Trotz der Finanzierung großer Inflationsbekämpfungspläne will Bundesfinanzminister Christian Lindner an der Wiedereinführung der Schuldenbremse im kommenden Jahr festhalten. „Die Inflationsbekämpfung unterscheidet sich von der Bekämpfung einer Covid-19-Pandemie“, sagte er Anfang September dem öffentlich-rechtlichen Sender ARD.

Statt Nachfrageschwäche und Umsatzeinbußen auszugleichen, müsse nun das Preisniveau gesenkt werden, fügte Lindner hinzu. „Der Staat darf die Nachfrage nicht mit zusätzlichen Milliarden ankurbeln.“

Die Bundesregierung hat bereits drei Hilfspakete in Höhe von insgesamt 95 Milliarden Euro vorgelegt, darunter eine kurzfristige Energieunterstützung im Winter und eine allgemeine Erhöhung der Sozialleistungen. Über den Beitrag der Bundesländer zu den Maßnahmen wird derzeit diskutiert.

„Während den Ländern durch die Schuldenbremse die Hände gebunden sind, verwaltet der Bundesfinanzminister gigantische Milliardensummen an Scheinhaushalten“, sagte Markus Söder, Ministerpräsident von Deutschlands größtem Bundesland Bayern.

Anders als der Bund konnte die Mehrzahl der Länder laut Destatis in den ersten sechs Monaten des Jahres ihre Gesamtverschuldung um knapp 5,6 Milliarden Euro abbauen.

„Wie in der Pandemie sollten wir die flexiblen Elemente der Schuldenbremse nutzen“, sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), am Mittwoch.

Da Bundeskanzler Olaf Scholz derzeit mit Covid-19 infiziert ist, wurde ein Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder zur Erörterung der Kosten der Inflationsbekämpfungspläne auf Anfang Oktober verschoben. (1 Euro = 0,96 $)

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