Europa versucht, die Energiekrise vor dem Winter zu bewältigen

ANKARA

Europa steht vor einer sich verschärfenden Energiekrise, teilweise aufgrund des anhaltenden Krieges zwischen Russland und der Ukraine, da Moskau als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen des Westens die Erdgaslieferungen eingestellt hat.

Infolgedessen versuchen die europäischen Regierungen, ihre Versorgung zu diversifizieren und Maßnahmen zur Verringerung der Nachfrage und zur Energieeinsparung einzuführen.

Frankreich

Eine Umfrage des französischen Meinungsforschungsinstituts BVA ergab, dass die Popularität des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf 36 % gesunken ist – den niedrigsten Stand seit Februar 2020.

Laut der Umfrage haben nur noch 36 Prozent der Franzosen eine gute Meinung vom Präsidenten – sieben Prozentpunkte weniger als im Vormonat – während 63 Prozent eine schlechte Meinung von ihm haben.

Auch die französische Premierministerin Elisabeth Borne rutscht in der Umfrage weiter ab. Nur noch 41 % der Franzosen sagen, dass sie eine gute Meinung von ihr haben, 10 Punkte weniger als im September.

Gründe für das schlechte Abschneiden der Regierung sind die Energiekrise, die grassierende Inflation und Engpässe an französischen Tankstellen.

Allerdings erregte Macron auch zusätzlichen Unmut, als er im Chaos an den französischen Tankstellen laut der Online-Plattform France Live dem französischen Fußballer Karim Benzema von Real Madrid per Twitter zum Gewinn des wichtigen Ballon d’Or gratulierte.

Der Tweet wurde von vielen Internetnutzern als unangemessen angesehen, was Macrons Popularität weiter schadete, heißt es in dem Bericht.

Deutschland

Als Reaktion auf steigende Energiekosten werden die Zimmertemperaturen in den Studentenwohnheimen der deutschen Stadt Hannover auf 20 Grad Celsius (68 Fahrenheit) gesenkt, berichteten lokale Medien am Freitag.

Ab 22:00 Uhr Ortszeit darf nur noch kalt geduscht werden, da die Wohnheime die steigenden Energiekosten nicht mehr auffangen können.

Als Folge der Energiekrise und der grassierenden Inflation steigen die Nebenkosten in den Wohnheimen, berichtete die Mediengruppe Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch das Essen in der Mensa wird für Studierende teurer. Es wird auch erwartet, dass Studenten höhere Mieten zahlen müssen.

Das betrifft besonders die 30 Prozent der Studierenden, die laut einer aktuellen Studie des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bereits vor der Energiekrise als „arm“ eingestuft wurden.

Studierende seien im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nicht nur häufig, sondern auch besonders stark von Armut betroffen, so der Verband.

Der Bericht über die Probleme in Hannover ist kein Einzelfall.

Kürzlich warnte auch der Studentenverband AStA, dass den Frankfurter Hochschulstudenten ein strenger Winter bevorstehen könnte.

Die drastische Erhöhung der Lebenshaltungskosten treffe die Studierenden mit voller Wucht, teilte der Verband in einer Pressemitteilung mit.

Es forderte die Regierung und die lokalen Behörden auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, die „Grundbedürfnisse“ der Studenten sicherzustellen.

Spanien

Eine neu geplante Pipeline zwischen Barcelona und Marseille könnte in „vier oder fünf Jahren“ in Betrieb gehen, sagte Spaniens Umweltministerin Teresa Ribera am Freitag.

Am Donnerstag einigten sich Spanien, Portugal und Frankreich darauf, die umstrittene Midcat-Pipeline aufzugeben, die Spanien und Frankreich durch die Pyrenäen miteinander verbunden hätte.

Spanien sagte, der Midcat hätte bis 2023 einsatzbereit sein können, aber Frankreich lehnte den Vorschlag ab.

Im Gespräch mit dem spanischen Sender Antena3 gab Ribera zu, dass es Designprobleme mit dem bereits teilweise gebauten Midcat gab.

„Eine Pipeline, die ausschließlich für den Transport von Erdgas ausgelegt ist, ist nicht dasselbe wie eine Pipeline, die für den Transport von Wasserstoff gebaut wurde“, sagte Ribera.

Der neue Plan sieht vor, eine Unterwasserpipeline zu schaffen, die „grünen Wasserstoff“ von Spanien in das europäische Pipelinenetz transportieren kann. Es kann auch Erdgas transportieren.

Die Unterwasserpipeline ist jedoch „technisch komplex“ und erfordert eine umfassende Umwelt- und Sicherheitsanalyse.

Mit dem neuen Zeitplan wird die neu getaufte BarMar-Pipeline die kurzfristige Energieversorgungskrise Europas nicht bewältigen können.

Dennoch sagte Ribera, es werde als Projekt von gemeinsamem europäischen Interesse präsentiert, in der Hoffnung, dass es EU-Mittel erhalten würde.

„Nicht nur Spanien und Frankreich, … andere EU-Länder brauchen (auch) die diversifizierte Energieversorgung“, sagte sie.

Laut dem öffentlichen Netzbetreiber Enagas verfügt Spanien derzeit über rund 45 % der spanischen Speicherkapazität für verflüssigtes Erdgas.

Aber das Land setzt auch stark auf grünen Wasserstoff.

Im vergangenen Jahr kündigte Spanien an, über einen Zeitraum von drei Jahren 1,55 Milliarden Euro (1,52 Milliarden US-Dollar) in die EU Next Generation Funds zu investieren. Das spanische Energieunternehmen Repsol hat außerdem eine Investition von 2,5 Milliarden Euro in die Technologie angekündigt.


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