Volkswagen sucht Partner für Rennen um Batteriematerial

Das Logo des deutschen Autoherstellers Volkswagen ist am 9. Juli 2020 an der Wand eines Ausstellungsraums eines Volkswagen-Autohändlers in Brüssel, Belgien, zu sehen. REUTERS / Francois Lenoir / File Photo

  • Volkswagen in Gesprächen mit Lieferanten von Batteriematerial
  • Das Ziel ist es, eine kleine Anzahl großer Lieferanten zu haben
  • Nahe der Pickmeter für das Batteriewerk Salzgitter
  • GRAFIK-chinesische Lithium-Dominanz: https://tmsnrt.rs/3pYRqDq

FRANKFURT, 15. Juni (Reuters) – Volkswagen (VOWG_p.DE) ist in Gesprächen mit Zulieferern, um über Partnerschaften den direkten Zugang zu Rohstoffen für Elektrofahrzeugbatterien sicherzustellen, sagte ein Vorstandsmitglied am Dienstag gegenüber Reuters.

Der zweitgrößte Autohersteller der Welt versucht, mehr Kontrolle über Schlüsselkomponenten in seiner Lieferkette wie Halbleiter und Lithium zu erlangen, um potenzielle Engpässe zu überwinden und seine Werke voll auszulasten.

Der deutsche Autobauer versucht auch, mit Konkurrenten wie Tesla (TSLA.O) und BMW (BMWG.DE) aufzuschließen, die bereits ein Angebot mit Lithium-Herstellern gemacht haben, einer der Schlüsselkomponenten in EV-Batterien.

„Wir befinden uns alle in einem Rennen. Es geht darum, die günstigsten Zellen herzustellen, und dafür braucht man Skalierung“, sagt Thomas Schmall, Vorstand Technik bei Volkswagen.

„Neben der für uns neuen Geschäftsfelder der Zellproduktion müssen wir stärker in die Fertigungstiefe gehen und Rohstoffe akquirieren und sichern. Dies kann durch verschiedene Formen der Zusammenarbeit geschehen“, sagte er.

Die direkte Kontrolle über die Rohstoffversorgung für EV-Batterien – die auch Graphit, Kobalt und Nickel enthalten – ist ebenfalls unerlässlich, um die Kosten besser zu steuern, sagte Schmall.

“80% der Zellkosten werden durch Rohstoffe bestimmt. Da ist klar, dass man sich stärker einbringen muss.”

Schmall identifizierte zwar keine potenziellen Lieferanten, sagte aber, das Ziel von Volkswagen sei es, eine kleine Anzahl größerer Akteure zu haben, um die Komplexität unter Kontrolle zu halten.

Der Lithiummarkt wird von Bergbauunternehmen wie der amerikanischen Firma Albemarle (ALB.N), der chinesischen Tianqi Lithium (002466.SZ) und der chilenischen Sociedad Quimica y Minera (SQMA.SN) kontrolliert.

Volkswagen sucht engere Verbindungen mit der deutschen BASF (BASFn.DE), einem der weltweit größten Anbieter von Batteriematerialien, so zwei Kenner.

Beide Unternehmen haben sich letzte Woche mit Daimler (DAIGn.DE) und Fairphone zusammengetan, um Möglichkeiten zur verantwortungsvollen Lithiumproduktion in den Atacama-Salzgebieten in Chile zu erkunden, die ein Viertel des aktuellen Lithiumangebots der Welt ausmachen.

Volkswagen will Tesla bis Mitte des Jahrzehnts als weltweit führenden Anbieter von Elektrofahrzeugen erobern und plant, bis 2030 mit Partnern sechs Batteriefabriken in Europa zu bauen. Weiterlesen

Schmall sagte, Volkswagen stehe kurz vor der Wahl eines Partners für seine geplante Batteriefabrik in Salzgitter und hoffe, in den kommenden Monaten weitere Details bekannt zu geben. Alle sechs Fabriken werden strategische Partnerschaften beinhalten.

BMW hat bereits Vereinbarungen mit dem US-Lithiumhersteller Livent (LTHM.N) und dem chinesischen Ganfeng Lithium (002460.SZ), einem der weltweit führenden Hersteller, unterzeichnet. Tesla hat unterdessen mit der Sichuan Yahua Industrial Group in China (002497.SZ) einen Fünfjahresvertrag über Lithiumhydroxid abgeschlossen.

Volkswagen versucht auch, angesichts eines weltweiten Mangels an Halbleitern näher an die Chiphersteller zu kommen, und hebt die zahlreichen Fronten hervor, die es mit seinem Ausgabenplan von 150 Milliarden (182 Milliarden US-Dollar) angehen muss.

“Für Automobilhersteller ist es von strategischer Bedeutung, die Kontrolle über die Lieferketten zu stärken”, sagte Ralf Blessmann, Leiter der Automobilsparte von Capgemini (CAPP.PA) in Deutschland.

“Die aktuelle Chipkrise hat die Risiken von Lieferengpässen offengelegt.”

($ 1 = 0,8249 Euro)

Berichterstattung von Christoph Steitz und Jan Schwartz. Bearbeitet von Jane Merriman

Unsere Standards: Die Trust-Prinzipien von Thomson Reuters.

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