Covid-19 gemeinsam und solidarisch bekämpfen: Deutschland beteiligt sich mit 2,2 Milliarden Euro an weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie – Deutschland

Die Bundesregierung unterstützt die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie mit 2,2 Milliarden Euro. Der Großteil dieses Geldes geht an die COVAX-Impfstoffplattform, die Impfstoffe für Entwicklungsländer kauft und finanziert.

2,2 Milliarden Euro für Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente

Die Pandemie kann nur überwunden werden, wenn sie überall unter Kontrolle gebracht wird. Niemand ist sicher, bis alle sicher sind. Deutschland hat sich daher schon sehr früh entschlossen, solidarisch gemeinsame Antworten auf die Pandemie zu finden. Der Schlüssel besteht darin, einen erschwinglichen globalen Zugang zu Instrumenten zur Infektionserkennung, Medikamenten zur Behandlung der Krankheit und vor allem zu Impfstoffen zur Vorbeugung sicherzustellen. Darüber hinaus sollen die Gesundheitssysteme insgesamt gestärkt werden. Der COVID-19 Tool Access Accelerator (ACT-Accelerator) wurde zu diesem Zweck im vergangenen Jahr durch einen G20-Beschluss ins Leben gerufen. Es wird von der WHO koordiniert. Deutschland ist Gründungsmitglied.

Bisher hat Deutschland 2,2 Milliarden Euro für den ACT-Accelerator bereitgestellt. Der größte Teil dieses Geldes geht an die COVAX-Impfstoffplattform, während ein Teil für Diagnosewerkzeuge und Medikamente zur Behandlung von COVID-19 verwendet wird. Die Finanzierung wird es COVAX ermöglichen, Impfstoffe zu beschaffen, Dosen zu verteilen und Fortschritte in der Impfstoffforschung zu viralen Mutationen zu unterstützen.

Um die Ausbreitung von COVID-19 zu stoppen, sind Impfstoffe unerlässlich

Impfstoffe sind im Kampf gegen COVID-19 unverzichtbar. Die COVAX-Plattform unter Führung der GAVI Alliance, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der CEPI-Forschungsallianz ist für die gerechte Versorgung und Verteilung von Impfstoffen verantwortlich. Um dies zu erreichen, haben sich Länder auf der ganzen Welt zusammengeschlossen, um Impfstoffe gerecht zu erwerben und zu verteilen mit dem Ziel, dass 20 % der Weltbevölkerung und bis zu 30 % in Entwicklungsländern mit Impfstoffen versorgt werden können 2021. Ziel ist es auch, der Impfung von Pflegepersonal, Ärzten und Risikogruppen in Afrika Vorrang einzuräumen, und nicht nur der Bevölkerung in den Industrieländern.

Inzwischen sind insgesamt 190 Staaten COVAX beigetreten.

Deutschland spendet 30 Millionen Impfdosen aus eigenem Bestand

Die ersten Impfstoffdosen wurden Ende Februar geliefert. Bis Mitte Juni wurden bereits mehr als 88 Millionen Dosen AstraZeneca- und BionTech-Impfstoffe in 130 Staaten geliefert. In Indien wurden große Mengen an Dosen hergestellt.

Aufgrund der Pandemie gibt es derzeit jedoch Lieferprobleme. Mehrere Länder haben sich daher bereit erklärt, nicht nur Geld, sondern auch Impfstoffdosen aus eigenen Beständen zu spenden. Deutschland wird bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Dosen bereitstellen. Insgesamt spendet die EU rund 120 Millionen Dosen, die USA haben eine Spende von 50 Millionen Dosen angekündigt, die G7 wird bis Ende 2022 insgesamt 870 Millionen Dosen bereitstellen COVAX, das die Verhältnisse in den begünstigten Ländern am besten kennt und so die Spenden weltweit gerecht verteilen kann. Zukünftig wird COVAX nicht nur die Impfstoffe AstraZeneca und BionTech liefern, sondern auch Johnson & Johnson und Moderna. Darüber hinaus hat COVAX einen Vorvertrag für den Novavax-Impfstoff abgeschlossen, der die Lieferung von 350 Millionen Dosen vorsieht. Novavax beabsichtigt, im Herbst eine Lizenz zu beantragen.

Multilaterale Lösungen statt Impfnationalismus

Deutschland und die EU setzen sich für eine multinationale Lösung der Pandemie ein. Die EU und andere EU-Mitgliedstaaten leisten einen wichtigen Beitrag zu COVAX und dem ACT-Accelerator und teilen ihr technisches Know-how. Darüber hinaus setzt sich Deutschland in allen internationalen Gremien für einen fairen, transparenten und bezahlbaren Zugang zu COVID-19-Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika weltweit ein. Die Gewährleistung, dass dieser Zugang nicht an politische Bedingungen geknüpft ist, ist ein gängiger Ansatz, der im Gegensatz zu bilateralen Verpflichtungen und dem Impfnationalismus einiger Staaten steht. Spenden und finanzielle Unterstützung allein reichen jedoch nicht aus. Deutschland und die EU setzen sich daher dafür ein, die Produktion von Impfstoffen insbesondere in Afrika zu fördern. Deutschland will eine nachhaltige regionale Gesundheitsversorgung und stellt Mittel für den Ausbau der Impfstoffproduktion, beispielsweise in Südafrika und Senegal, zur Verfügung.

Die Arbeitsgruppe COVAX Manufacturing wurde gegründet, um das Angebot und die Produktion von Impfstoffen zu erhöhen. Ziel ist es, die Zahl der kurzfristig herstellbaren Impfstoffdosen zu erhöhen, um sicherzustellen, dass COVAX Priorität hat. Besondere Aufmerksamkeit gilt den 92 ärmsten Ländern. Zudem muss die Impfstoffproduktion in Entwicklungsländern ausgebaut werden. Deutschland und Südafrika sind die Co-Vorsitzenden.

Darüber hinaus wird es auch in Zukunft Priorität bleiben, neben Impfstoffen auch Medikamente und Testmaterialien zu verteilen. Durch COVID-19 geschwächte Gesundheitssysteme müssen für die Zukunft gestärkt werden.

Deutschland engagiert sich – weltweit

Deutschland hilft nicht nur mit Impfstoffen. Sie erhält auch Anfragen zu Beatmungsgeräten, Masken und medizinischen Geräten aus der ganzen Welt. Deutschland hat rund 100 Länder unterstützt und drei große Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Unter anderem wurden 1.400 Beatmungsgeräte gespendet. Derzeit werden rund 24 Millionen KN95-Masken und 197 Millionen OP-Masken als Hilfsgüter bereitgestellt. Darüber hinaus hat Deutschland 450 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Rahmen von COVID-19 bereitgestellt, um Menschen in humanitären Notlagen zu helfen.

Um aus den Lehren aus der Pandemie zu lernen und auf den Erfahrungen aufzubauen, die wir in Zukunft gesammelt haben, fordert Deutschland auch eine Stärkung der WHO. In einer Sondersitzung der WHO im November sollen mögliche Maßnahmen zu diesem Zweck erörtert werden, darunter die Idee eines internationalen Pandemievertrags.

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