Deutschland: außen stabil, innen instabil | Unterbrechung

Die deutsche Arbeitslosigkeit stieg im Dezember um 8.000 und die Zahl der Arbeitslosen auf 2,707 Millionen. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag unverändert bei 6,1%. Trotz des leichten Anstiegs ist dies die beste Dezemberleistung des deutschen Arbeitsmarktes seit der Wiedervereinigung.

Denken Sie daran, dass die Arbeitslosenzahlen seit Beginn der Krise nicht nur mit einer Prise, sondern auch mit einem großen Löffel Salz gemessen werden müssen, bevor Sie von dieser nach wie vor starken Arbeitsmarktleistung mitgerissen werden. Die tatsächlichen Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt sind in den Teilarbeitslosenregelungen zu finden. Nach Angaben des deutschen Arbeitsamtes stiegen die neuen Anträge auf Kurzarbeitsprogramme im Dezember erneut auf 666.000 gegenüber 537.000 im November. Dies bleibt jedoch deutlich unter den Zahlen, die während der ersten Sperrung festgestellt wurden. Nach jüngsten Schätzungen des Ifo-Instituts, die auf einer eigenen Unternehmensumfrage beruhen, blieb die Zahl der Kurzzeitbeschäftigten im Dezember mit fast 2 Millionen weitgehend stabil. Als die Zahlen im verarbeitenden Gewerbe zurückgingen, verzeichneten die von der zweiten Sperrung am stärksten betroffenen Sektoren starke Zuwächse, insbesondere im Einzelhandel, in Restaurants und im Reisebereich.

Während die aktuellen Arbeitsmarktdaten bereits vor der zweiten Sperrung eindeutig rückblickend sind, wird ein heutiges Treffen der Bundesregierung mit regionalen Landesgouverneuren die kurzfristigen Aussichten für die deutsche Wirtschaft prägen. Die derzeitige Sperrung, die am 10. Januar enden soll, wird voraussichtlich mindestens bis zum Monatsende verlängert. Dies liegt nicht nur an der immer noch hohen Zahl von Neuinfektionen, sondern auch an der verfassungsrechtlichen Tatsache, dass Notstandsgesetze nicht länger als vier Wochen angekündigt werden können. Bei der heutigen Entscheidung werden die Schulen der wichtigste Teil sein. Eine wahrscheinliche Verlängerung der Schulschließungen könnte die größten Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.

Die Zahlen von heute Morgen deuten auf den ersten Blick darauf hin, dass der deutsche Arbeitsmarkt die Krise nahezu unbeschadet überstehen könnte. Die wachsende Zahl von Teilzeitbeschäftigten sowie die langfristigen Auswirkungen der anhaltenden zweiten Zwangsvollstreckung und das hohe Insolvenzrisiko im Jahr 2021 sprechen jedoch eindeutig gegen zu viel Optimismus.

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