Deutschland Hensoldt stellt das System zur Vermeidung von Drohnenkollisionen unter das EU-Banner

KÖLN, Deutschland – Das deutsche Verteidigungsunternehmen Hensoldt verlässt sich auf seinen eigenen Erkennungs- und Vermeidungssensor, um das Produkt der Wahl für multinationale Eurodrone- und andere unbemannte Flugzeuge zu werden, die auf dem Kontinent entwickelt wurden.

Die Ingenieure planen, ihr aktives elektronisch gescanntes Radar in Verbindung mit einem Autopilotsystem während der Tests in diesem Sommer im Rahmen einer Initiative des Deutschen Zentrums für zivile Luft- und Raumfahrt (DLR) zu testen. Ziel ist es zu bestimmen, wie die vom Sensor im Vorwärtskegel des pilotierten Testflugzeugs erfassten Daten den Autopiloten dazu veranlassen können, eine erfolgreiche Kollisionsvermeidungssequenz einzuleiten.

Diese Sicherheitsmerkmale sind wesentliche Voraussetzungen für die Integration von bemanntem und unbemanntem Flug in denselben Luftraum – ein erklärtes Ziel neuer Drohnenentwicklungen. Insbesondere sollte für das ferngesteuerte Luftsystem mit mittlerer Flughöhe und langer Lebensdauer, kurz Eurodrone genannt, von Anfang an eine Zertifizierung für die Integration des zivilen Luftraums integriert sein.

Größere Passagierflugzeuge verwenden Transponder, um andere über ihre Position zu informieren, und Kollisionsvermeidungssysteme existieren für Fälle, in denen zwei mit solchen Geräten ausgestattete Flugzeuge zu nahe beieinander liegen. Die Verwaltung von Flugzeugen, einschließlich Drohnen, die diese Funktionen nicht aufweisen, bleibt ein ungelöstes Problem.

Hensoldt gehört zu einer Vielzahl europäischer Unternehmen der Verteidigungselektronik, die am von der Europäischen Union geförderten Europäischen Erkennungs- und Vermeidungssystem (EUDAAS) teilnehmen. Es ist Teil einer Reihe von Miniprojekten im Rahmen des Europäischen Programms für industrielle Verteidigungsentwicklung, die darauf abzielen, branchenorientierte Ansätze für die Verteidigungsprobleme Europas voranzutreiben.

Da das schwedische Unternehmen Saab EUDAAS betreibt, hofft Hensoldt, dass seine Sensorkomponenten an vorderster Front stehen werden, wenn das Projekt die Phase der ersten Testflüge um 2023 erreicht. Diese Zeitleiste passt ungefähr in die geplante Eurodrone-Zeitachse, die einen Erstflug des Flugzeugs vorsieht etwa zwei Jahre später.

Bundesweit wird Hensoldts Arbeit an einem Erkennungs- und Vermeidungssystem von zivilen Stellen wie dem DLR und dem Wirtschaftsministerium gefördert. Es besteht jedoch eine schriftliche Vereinbarung, dass alle Informationen an die Akquisitionsabteilung des Bundesverteidigungsministeriums weitergegeben werden können, sagte Dietmar Klarer, Leiter Radarkonzepte des Unternehmens. “Die Apps sind wirklich sehr eng miteinander verbunden”, sagte er in einem Interview.

Eine der Leistungen des EUDAAS-Projekts besteht darin, Standards für das zu setzen, was in den letzten Augenblicken passiert, die zu einer möglichen Kollision führen, erklärte Klarer. Inwieweit kann beispielsweise eine Ausweichsequenz automatisiert werden und wann können menschliche Bediener vor Ort den Prozess noch stören?

Das Projekt zielt ausdrücklich darauf ab, das Problem der Integration von Drohnen für den Himmel über Europa zu lösen. Es bringt viele große Industrieunternehmen aus dem Kontinent in den Bereichen Verteidigungskommunikation, Sensoren und IT zusammen, insbesondere Indra, Leonardo, Thales, Safran und Diehl.

Es bleibt die Frage, wie die EU mit ähnlichen in Nordamerika entwickelten Bemühungen umgehen wird. Die Luftfahrtbehörden in den USA, Kanada und Europa haben die Tradition, unter bestimmten Bedingungen sicherheitsrelevante Technologien gegenseitig anzuerkennen.

Eine direkte Übertragung eines Zertifikats von der US Federal Aviation Administration an europäische Behörden würde beispielsweise General Atomics zugute kommen. Das Unternehmen hat einen Vertrag über die Lieferung von Derivaten seines MQ-9B Sky Guardian an das britische und EU-Mitglied Belgien abgeschlossen.

Die Entscheidung, die einschlägigen US-Zulassungen für Drohnenerkennungs- und -vermeidungsgeräte zu verabschieden, würde zunächst den einzelnen Ländern für ihren jeweiligen Luftraum überlassen bleiben, etwa 2023 für Großbritannien, erklärte ein Beamter des Unternehmens. Dann würden die EU-Behörden die Frage stellen, ob sie dasselbe tun sollen.

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