Trump gibt dem Team Anweisungen: Die US-Übergabe könnte beginnen

Nach einigen weiteren Blockaden wies der noch immer US-Präsident Trump sein Team an, mit seinem gewählten Nachfolger Biden zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig kündigte Trump an, dass er weiterhin um seinen Aufenthalt im Weißen Haus kämpfen werde.

US-Präsident Donald Trump hat sein Team angewiesen, mit seinem gewählten Nachfolger Joe Biden zusammenzuarbeiten. Die Leiterin der zuständigen GSA der US-Bundesregierung, Emily Murphy, muss „das tun, was getan werden muss“, um Bidens Übergangsteam zu unterstützen, schrieb Trump auf Twitter. Zuvor hatte die GSA Biden als wahrscheinlichen Wahlsieger eingestuft und damit grünes Licht für die Zusammenarbeit der Trump-Administration mit dem Team der Demokraten gegeben. Der Übergabeprozess kann dann beginnen und Biden erhält Zugang zu der Regierungsinfrastruktur, die ihm zuvor verweigert wurde.

Trump weigert sich immer noch, die Niederlage bei den Wahlen am 3. November anzuerkennen und behauptet, sein Sieg sei durch massiven Wahlbetrug gestohlen worden. Er machte erneut klar, dass er weiter kämpfen würde und war erneut zuversichtlich in den Sieg. Mehr als dreißig Klagen seiner Anwälte wurden jedoch von den Gerichten abgewiesen. Der Kampf geht weiter, twitterte Trump. „Und ich denke wir werden gewinnen.“ Trotzdem weist er sein Team und die GSA an, zusammenzuarbeiten.

Bidens Team begrüßt die Entscheidung

Das Wahlergebnis in Michigan, einem weiteren wichtigen Bundesstaat, wurde am Montag ebenfalls offiziell bestätigt. Danach schickte Gphy-Chef Murphy einen Brief an Biden, der vom Nachrichtensender CNN veröffentlicht wurde. Dadurch erhält das Übergangsteam von Biden unter anderem Zugang zu 6,3 Millionen US-Dollar, die für die nahtlose Übergabe offizieller Angelegenheiten vorgesehen sind. Gleichzeitig dürfen die Mitarbeiter nun offiziell mit Regierungsbeamten kommunizieren – was sie zuvor abgelehnt hatten.

„Die heute getroffene Entscheidung ist ein notwendiger Schritt, um die Herausforderungen unseres Landes anzugehen“, heißt es in einer Erklärung des Biden-Übergangsteams.

Wichtiger Übergangsprozess

In den USA ist die Übertragung von Aufgaben von einem Präsidenten zum nächsten („Übergang“) gesetzlich geregelt. Eine unabhängige US-Regierungsbehörde, die General Services Administration (GSA), setzt das Gesetz durch. Der amerikanische Präsident ist der mächtigste Mann der westlichen Welt – deshalb ist der Übergang so wichtig. Er muss vom ersten Tag an voll einsatzbereit sein: Er wird der Oberbefehlshaber der Armee sein, für gut 1,3 Millionen Soldaten verantwortlich sein und über die Codes verfügen, um den Einsatz von Atomwaffen im Notfall zu genehmigen.

Er und seine Regierung werden für ein Budget von fast fünf Milliarden US-Dollar (4,2 Milliarden Euro) verantwortlich sein. Die Pandemie und die Wirtschaftskrise werden dem Präsidenten auch wenig Zeit geben, sich mit der Situation vertraut zu machen. Neu gewählte Präsidenten nutzen die zweieinhalb Monate zwischen der Abstimmung und der Amtseinführung, um ihr Regierungsteam zu bilden. Es geht nicht nur um das Kabinett, Staatssekretäre und Regierungschefs. Anders als beispielsweise in Deutschland muss der Präsident auch schnell Tausende von Positionen im Weißen Haus, in Ministerien und Behörden besetzen. Etwa 1.200 der persönlichen Daten müssen vom Senat genehmigt werden. Ein gewählter Präsident muss daher so früh wie möglich mit der Besetzung beginnen, um seine Richtlinien umzusetzen.



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