Aufgaben, die du bei der Unternehmensgründung selbst übernehmen kannst (und solltest)

Die Gründung eines Unternehmens ist mit vielen notwendigen Kosten verbunden. Gerade kleine Start-ups und Einzelunternehmen, die mit niedrigeren Budgets arbeiten, können es sich nicht leisten, die Mehrheit aller anfallenden Aufgaben zu delegieren. Damit Zeit und finanzielle Ressourcen mit maximalem Ertrag investiert werden können, müssen Betriebsführer abwägen, wo es sich rechnet, erst einmal selbst anzupacken. Welche Bereiche sich dafür anbieten und wie moderne Tools dabei helfen können, erfährst du in diesem Beitrag.

Unternehmensplanung

Die Unternehmensplanung beginnt mit einer Geschäftsidee. Eine Marktlücke oder ein ungestillter Bedarf stellen einen vielversprechenden ersten Schritt dar. Doch du musst daraus ein schlüssiges Betriebsziel formulieren, dass den bürokratischen Anforderungen gerecht wird und das Interesse möglicher Investoren wecken kann. Wer als Team ein Unternehmen gründet, hat die Möglichkeit, Ideen miteinander zu besprechen und zu hinterfragen. Wer hingegen – zumindest in dieser Phase – als Einzelperson agiert, sollte nicht davor zurückscheuen, seine Vision mit Familienmitgliedern und engen Freunden zu teilen. Auf diese Weise gewöhnt man sich daran, seine Unternehmensidee zu präsentieren und Fragen dazu zu beantworten.

Ein Businessplan besteht mindestens aus den folgenden Teilen:

  • Der sogenannten Executive Summary (einer Zusammenfassung der Geschäftsidee, Unternehmensstruktur und wesentlicher Elemente der Planung)
  • Dem Dienstleistungs- oder Produktangebot
  • Der Finanzierung und der Finanzplanung
  • Einer Markt- und Wettbewerbsevaluierung
  • Der Marketingstrategie

Auf den ersten Blick kann diese Liste für Jungunternehmer abschreckend wirken. Wenn man sich ihr Schritt für Schritt annimmt, ist die Herausforderung jedoch gut bewältigbar. Die kostenlose App des österreichischen Gründerservices – Businessplan-Tool Plan4You – kann dir dabei helfen, den Überblick zu bewahren. Mit ihrer Hilfe erstellst du Unternehmenspläne, die mit den Richtlinien von Banken und Förderstellen konform sind.

Zu den nächsten Schritten wie der steuerlichen und gewerblichen Anmeldung deines Betriebs findest du auf der Seite des Gründerservices und in der App ebenfalls hilfreiche Informationen.

Finanzierung

Je nach Gewerbe ist mehr oder weniger Startkapital notwendig, um ein Unternehmen auf die Beine zu stellen. Wenn die persönlichen Ersparnisse nicht ausreichen, kommen unter anderem die folgenden Optionen infrage, um sich Kapital zu sichern:

  • Geschäftskredit: Obwohl die Kreditbedingungen derzeit besser sein könnten, stellt die Beantragung eines Geschäftskredits bei der Bank manchmal die beste Option dar. Das kommt selbstverständlich nur infrage, wenn man kreditwürdig ist und die Abzahlung inkl. Zinsen gewährleisten kann. Eine lukrative Idee kann das damit verbundene Risiko wert sein. Bevor du dich auf einen Kreditvertrag einlässt, solltest du die Konditionen mehrere Anbieter vergleichen.
  • Unternehmenssubvention bzw. Förderungen: Über die bereits erwähnte Webseite des österreichischen Gründerservices findest du Ressourcen im Zusammenhang mit Förderungen und Subventionen für neue Unternehmen. Wenn dein neues Gewerbe in eine der subventionierten Kategorien fällt, kannst du finanzielle Unterstützung dafür beantragen.
  • Crowdfunding: Eine Möglichkeit, die gerne übersehen wird, ist das Crowdfunding. Besonders wenn deine Geschäftsidee auf einem Gadget, Design oder Tool basiert, von dem du dank deiner Marktforschung weißt, dass Interesse dafür besteht, kannst du versuchen, dir die Unterstützung der Massen zu sichern. Gerade für Immobilienvorhaben hat Österreich viele Plattformen zu bieten. Für das sogenannte Reward-based Crowdfunding von anderen Projekten kann man sein Glück auf crowdfunding.at versuchen oder auf einer internationalen Plattform wie Gofundme.
  • Private Investoren: Viele Unternehmen verdanken ihren Erfolg der Investition eines Familienmitglieds oder einer befreundeten Person, die von Anfang an das Potenzial des Vorhabens sehen. Als Alternative zu einer regulären Rückzahlung besteht die Möglichkeit, eine Partnerschaft und Beteiligung an den Erträgen anzubieten.

Marketing

Es gibt viele Marketing-Aufgaben, die gerade Tech-affine Unternehmensgründer zu Beginn selbst übernehmen können, um Geld zu sparen, da man sich die benötigten Tools und Fähigkeiten relativ schnell aneignen kann. Mithilfe von Apps und benutzerfreundlicher Grafiksoftware wie Adobe Express ist es einfach, Visitenkarten zu erstellen, ein Produktfoto zu bearbeiten oder einen attraktiven Instagram-Post zu kreieren.

Es gibt allerdings genauso Bereiche, wo man sich besser professionelle Unterstützung holt. Besonders, wenn man selbst keine Erfahrung damit hat. Beispielsweise SEO-Experten und Online-Marketing-Spezialisten, um viel aus bezahlter Werbung auf Google und Facebook herauszuholen.

Im Rahmen deines Unternehmensplans musst du bereits eine Marketingstrategie und gegebenenfalls ein Budget dafür festlegen. Für Start-ups sollte der veranschlagte Betrag etwas höher sein als für etablierte Unternehmen, da es darum geht, potenzielle Kunden erstmals auf sich aufmerksam zu machen. Indem du evaluierst, welche Aufgaben du mit überschaubarem Zeitaufwand selbst übernehmen kannst, kannst du deine finanziellen Marketingressourcen gezielter investieren.

Software

Die richtigen Softwareapplikationen können Jungunternehmern das Leben leichter machen und einiges an Geld sparen.

Buchhaltung

Eine funktionale Buchhaltungssoftware ist heute ein Muss. Am besten sollte diese benutzerfreundlich und an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anpassbar sein. Die Dokumentation und Abrechnung Ihrer Einnahmen und Ausgaben wird damit zuverlässig gewährleistet. Das macht nicht zuletzt die Steuererklärung am Ende des Jahres leichter, unabhängig davon, ob man sich damit an einen Buchhalter wendet oder vorhat, diese vorerst selbst zu bewältigen.

Webseite oder Onlineshop

Je nach Gewerbe sind die Anforderungen an die Unternehmenswebseite höher oder niedriger. Eine informative Webseite, die dazu dient, einen Betrieb vorzustellen und dazu vielleicht noch Terminbuchungen erlaubt, können auch Jungunternehmer mit wenig Webdesign-Erfahrung dank Webseiten-Builder und Vorlagen (Themes) produzieren. Die Erstellung von E-Commerce-Webseiten ist hingegen etwas komplexer. Neben einem Produkt-Feed, der mit Ihrem Lagerbestand verlinkt sein sollte, muss hier auch der Checkout und die Bezahlung geregelt werden. Darüber hinaus ist ein Onlineshop nur dann erfolgreich, wenn die Qualität der Seite passt. Lange Ladezeiten sind ein No Go und können dazu führen, dass Kunden ihren Einkauf abbrechen.

E-Mail-Marketing

Eine E-Mail-Marketing-Liste kann mit verhältnismäßig wenig Aufwand gemanagt und beworben werden. Neben Pop-ups auf der Webseite bieten sich dafür die Social-Media-Kanäle des Unternehmens an. Wenn Kunden einmal Ihre Einwilligung zum Erhalt von Marketing-E-Mails gegeben haben, gibt es unter anderem die Möglichkeit, eine Erinnerung zu schicken, wenn ein Einkauf abgebrochen wurde und über gezielte Promotionen wiederholte Einkäufe zu generieren. Übertreiben sollte man es dabei natürlich nicht, denn wenn es Kunden zu viel wird, melden sie sich wieder ab. Bewährte E-Mail-Marketingtools wie jene von den Tech-Riesen Hubspot und Mailchimp können oft bis zu einer gewissen Anzahl von Kunden kostenlos genutzt werden und eignen sich perfekt für Start-ups.

Projektmanagement

Egal, ob du in einem Gründerteam arbeitest oder als Einzelunternehmer fungierst, die vielen verschiedenen Aspekte eines Unternehmens zu koordinieren, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Projektmanagement-Software wie Trello oder Asana können dir nicht nur dabei helfen, Deadlines einzuhalten und Termine wahrzunehmen. Sie sorgen darüber hinaus dafür, dass wir nicht mit mehr Zeit wirtschaften, als uns tatsächlich zur Verfügung steht. Selbst wenn man als Jungunternehmer sparen kann, indem man möglichst viele Arbeiten selbst übernimmt, der Tag hat nur 24 Stunden und 8 davon sollte man schlafend verbringen. Es ist nie wirtschaftlich, die Gesundheit oder dauerhaft die Freizeit zu opfern.

 

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