Billie Eilish Review, Telekom Forum Deutschland: Der Acoustic-Modus leistet Großartiges für ihren Chor

Billie Eilish ist eine ruhelose Künstlerin. In ihrer kurzen, aber kometenhaften Karriere ist sie dafür bekannt, auf der Bühne Flipper zu spielen, während sie in einem weiten Outfit gekleidet ist, das die Bewegungsfreiheit erleichtert. Sie springt. Sie wackelte. Sie taucht. Sie kniete. Als Dirigentin des Chaos gibt die 20-Jährige den Ton für jedes Publikum an, für das sie spielt. Es lohnte sich also, sich zu fragen, wie sich das hyperkenetische Pop-Phänomen einer akustischen Live-Show nähern würde. Die wütenden Fans, die sie heute Abend bei jeder Bewegung anstarrten, beweisen, dass Eilish nur eine Augenbraue hochziehen muss, um Aufregung hervorzurufen.

Sie kehrt auf ungewöhnlich unterschätzte Weise nach Europa zurück. Im nur 2.000 Plätze fassenden Telekom Forum in Bonn wird der erste Abend ihrer Tournee zur intimen Angelegenheit. Oder so intim, wie Sie es sich nur wünschen können, ein Künstler, der Millionen von Platten verkauft, in jeder wichtigen Grammy-Kategorie groß gewonnen und einen Oscar-prämierten James-Bond-Titelsong mitgeschrieben hat. Die 2.000 Zuschauer könnten genauso gut ein Privatkonzert sein. Wie Eilish im Laufe des Abends mehrmals bemerkt: „It’s so cute!“ Süß ist richtig. Es gibt keine Pyrotechnik. Keine visuellen Projektionen. Keine Kräne. Nur Eilish und ein Stuhl mit ihrem Bruder-Slash-Mitarbeiter Finneas an ihrer Seite.

Das einstündige Set besteht hauptsächlich aus Songs von ihrem neuesten Album, Glücklicher denn je, und diese atemberaubenden Balladen und flatternden Drehungen und Wendungen lassen sich fast nahtlos in akustische Interpretationen übersetzen. Eilish schwankt zwischen dem und der entwaffnenden Stille ihrer EP von 2017 Lächle mich nicht an; Der Akustikmodus leistet Großartiges für ihren Gesang. Sie hat eine heisere, gespenstische Stimme, die mutieren kann. Sie ist dafür bekannt, dass sie ihre Lautstärke selten lauter als ein Flüstern erhöht, sodass das Fehlen von Hintergrundgeräuschen heute Abend und eine ehrfürchtige, ruhige Menge dies mit außergewöhnlicher Wirkung verstärken. Der atemberaubende Refrain ihres Breakout-Songs „Ocean Eyes“ ist der klarste, den ich je gehört habe. Es ist dann sowohl ein Wunder als auch eine Schande, dass „No Time To Die“ auffällig auf der Setlist fehlt.

(Getty Images)

Doch es gibt Momente, in denen man das Chaos nicht vermissen kann. Es ist ein Schmerz, der bei „Bad Guy“ am stärksten zu spüren ist. Der Treppenpop-Hit von 2019 ist bezeichnend für ihre frühere Ära: bedrohlich und frisch. Als das Intro einsetzt – eine sofort erkennbare Herzfrequenz von 135 BPM – scheint es für einen Moment, als könnte Eilish einfach vom Stuhl springen und den Song in ihrem typischen, uneingeschränkten Stil auseinanderreißen. Aber leider tut sie das nicht. Die Akustikversion ist gut, aber kein Ersatz für die Realität.

Der Chat ist auf ein Minimum beschränkt, aber wenn sie interagiert, ist es Eilish wie aus dem Lehrbuch: offen und vertraut. „Es sieht so aus, als wären meine Fliegen aufgegangen, aber das ist es nicht, ich dachte nur, du solltest es wissen!“ verkündet sie. Das sind die Momente, die halten. Wenn sie Witze über ihre ungewöhnliche Fliege macht. Als sie mit Finneas Augenkontakt herstellt, brechen sie in unerklärliches Gelächter aus. Als sie von einem Fan eine ukrainische Flagge entgegennimmt und um ihre Schultern legt. Eilish hat von Anfang an mit Intimität gehandelt; ein kleiner Veranstaltungsort kann es natürlich beherbergen.

Eilish sprach kürzlich darüber, ihren Tourplan neu zu ordnen, um sie vor Erschöpfung zu schützen. Später in dieser Woche wird sie den europäischen Turn ihrer Welttournee einleiten. Vielleicht ist diese akustische Darbietung nur eine Möglichkeit, sie zu informieren, ein wenig Stille vor dem Sturm. Wenn das stimmt und sie den heutigen Abend als Verschnaufpause nutzt, kommen wir ihr gerne nach.

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