Covid-19 löst in Deutschland Zunahme depressiver Symptome aus, zeigt neue Studie

Eine neue Artikel veröffentlicht in der Fachzeitschrift Psychologie und Altern berichtet, dass depressive Symptome in Deutschland nach der Covid-19-Pandemie zugenommen haben. Es ist jedoch nicht bekannt, inwieweit die Pandemie das psychische Wohlbefinden insgesamt beeinflusst hat.

„Es ist durchaus plausibel, dass der Ausbruch der Pandemie Auswirkungen auf das Wohlergehen des Einzelnen hatte bzw. hat, da sich mit dem Ausbruch der Pandemie so viele Lebensumstände plötzlich und tiefgreifend verändert haben.», erklärt Markus Wettstein, Psychologe in Heidelberg. Universität in Deutschland und leitender Forscher. “Deshalb haben wir untersucht, inwieweit sich das Wohlbefinden nach Beginn der Pandemie in Deutschland verändert hat.”

Dazu werteten die Forscher Daten des Deutschen Alterssurveys aus, einer bundesweit repräsentativen Längs- und Querschnittserhebung der deutschen Bevölkerung ab 40 Jahren. Gemessen wurde der Grad der Zunahme depressiver Symptome vor der Pandemie (von 2014 bis 2017) und auch die Zunahme der depressiven Symptome zu Beginn der Pandemie (von 2017 bis 2020). Sie fanden heraus, dass die depressiven Symptome zwischen 2014 und 2017 größtenteils flach waren, dann aber aufgrund des Ausbruchs der Pandemie von 2017 bis 2020 zunahmen.

Aber das ist nur ein Teil der Geschichte.

Die Forscher untersuchten auch andere Indikatoren für das psychische Wohlbefinden, wie die allgemeine Zufriedenheit mit dem Leben. Bei dieser Messung fanden sie keine Hinweise auf einen pandemiebedingten Rückgang.

„In unserer Stichprobe von [German] mittleren und älteren Menschen, die Lebenszufriedenheit stieg sowohl zwischen 2014 und 2017, dem von uns zu Vergleichszwecken herangezogenen „Vor-Pandemie-Zeitraum“, als auch zwischen 2017 und Juni/Juli 2020, einem Zeitraum, in dem Deutschland immer noch mit der ersten Covid-19-Infektionswelle konfrontiert“, kommentiert Wettstein. „Es gab also keinen generellen Trend zu einem Rückgang der Lebenszufriedenheit aufgrund der Pandemie. “

Mit anderen Worten, es scheint, dass depressive Symptome empfindlicher auf einen Covid-19-Effekt reagieren als andere Maßnahmen des psychischen Wohlbefindens. Aber die Geschichte entwickelt sich weiter und Forscher betonen, dass nicht jeder gegen den Rückgang der Lebenszufriedenheit im Zusammenhang mit Covid-19 immun ist.

„Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht, dass wir während der Pandemie keinen generellen Rückgang der Lebenszufriedenheit bei deutschen Erwachsenen mittleren und höheren Alters gesehen haben“, sagte Wettstein. “Wir haben jedoch Menschen identifiziert, bei denen das Risiko eines Rückgangs des Wohlbefindens durch Covid-19 besteht, beispielsweise diejenigen, die sich in einem schlechteren Gesundheitszustand und als stark von der Pandemie bedroht einschätzen.”

Frauen mittleren Alters sind eine weitere Risikogruppe, die von Forschern identifiziert wurde.

“Frauen mittleren Alters (aber nicht ältere Frauen) scheinen während der Pandemie besonders betroffen zu sein, was wohl auch auf Faktoren wie die vorübergehende Schließung von Schulen und Kitas zurückzuführen ist, da insbesondere Mütter betroffen sind Kinderbetreuungspflichten“, sagt Wettstein.

Die Autoren hoffen, dass ihre Forschung andere dazu inspirieren wird, zu untersuchen, welche Unterstützungsstrukturen Menschen am besten bei der Bewältigung von Pandemiesituationen unterstützen können.

„Die Pandemie ist noch nicht vorbei, und die Aufrechterhaltung des Wohlbefindens könnte mit zunehmender Dauer der Pandemie schwieriger werden, da die psychosozialen Ressourcen zunehmend erschöpft sein könnten“, sagte Wettstein. „Wir müssen noch mehr über die Strategien, Ressourcen und Merkmale lernen, die helfen, sich psychosozial an diese schwierige Situation anzupassen, sowie über die Risikofaktoren für psychische Gesundheitsprobleme während der Pandemie, damit wir Strategien und Interventionen entwickeln können, um psychische Gesundheitsprobleme aufgrund von Covid-19 für einen erheblichen Teil der Bevölkerung.

Ein vollständiges Interview mit Dr. Markus Wettstein über seine neue Forschung finden Sie hier: Messung der Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit

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