Deutschland: COVID-Kontakterkennung in mehreren Bundesstaaten gestoppt | Nachrichten | DW

Die deutschen Gesundheitsbehörden kämpfen inmitten der Winterwelle der Pandemie damit, die Kontakte von COVID-19-Fällen aufzuspüren, sagte Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst.

In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte Teichert „umfassende Nachverfolgung“. [of coronavirus cases] ist im Moment so gut wie nicht existent.“

Keine Kontaktverfolgung in Berlin, Hamburg

Tatsächlich haben mehrere Bundesländer die Suche nach Kontaktpersonen von Infizierten komplett eingestellt, darunter Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg, sagte Teichert.

Die Kontaktsuchstellen konzentrieren sich nun vor allem auf die Erfassung der „zahlreichen Coronavirus-Infektionen“, fügte sie hinzu, während die Infektionen in den letzten Wochen durch das Aufkommen der hoch übertragbaren Omikron-Variante verstärkt wurden.

„Anders als bei der Delta-Variante müssen die Gesundheitsbehörden unabhängig vom Impfstatus eine Quarantäne für Omikron-Infizierte und deren Kontaktpersonen anordnen.“

Teichert fügte hinzu, dass ein signifikanter Anstieg der Zahl der Omicron-Fälle in den nächsten Wochen für Kontakt-Tracker eine Herausforderung darstellen wird.

„Viele Deutsche glauben, dass sie als Kontaktperson keine Quarantäne brauchen, weil sie geimpft sind. Das stimmt aber nicht“, warnte der Gesundheitsbeamte.

Hoher Stress für Mitarbeiter

Während Detektivteams kurzfristige Unterstützung von Studenten und Militär erhielten, habe es seit fast zwei Jahren eine „massive Fluktuation“ des Personals gegeben, sagte Teichert.

„Wir müssen ständig neue Leute ausbilden, neue Arbeitsschritte schaffen und die Technik bereitstellen – und das immer nur für ein paar Wochen, bevor wieder alles verkleinert wird. Das ist keine Lösung“, sagte sie.

Zeitweise standen deutsche Soldaten und Studenten Schlange, um bei der Kontaktverfolgung zu helfen

Über Weihnachten wird eine Unterberichterstattung erwartet

In der Zwischenzeit sagte ein anderer hochrangiger Gesundheitsbeamter, dass die Infektionszahlen in Deutschland über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage nicht genau widergespiegelt würden.

Während der Weihnachtszeit bleiben weniger Testzentren geöffnet, und einige Bundesländer melden unvollständige Infektionsraten aufgrund von Personalurlaub und Büroschließungen.

Medizinstatistiker Bertram Häussler sagt Die Welt Zeitung, das Land werde für drei Wochen „in Ignoranz“ versinken.

Tino Sorge, Gesundheitssprecher des Konservativen Blocks im Bundestag, warnte, dass „omicron keine Weihnachtspause einlegt“ und dass weniger gemeldete tägliche Anklagepunkte Deutschland in ein „falsches Sicherheitsgefühl“ wiegen würden.

Deutschland meldete am Freitag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts für Seuchenbekämpfung 35.431 neue Fälle und 370 neue Todesfälle.

Omicron-Fälle stiegen an einem Tag um 25 %

Omicron ist mittlerweile in allen 16 deutschen Bundesländern präsent, wobei Delta nach wie vor die dominierende Variante ist.

Die Zahl der Omicron-Fälle stieg an einem Tag um ein Viertel von 810 auf 3.198.

Die landesweite Prävalenz von sieben Tagen sank auf 265,8 gegenüber 280,3 am Vortag. Vor einer Woche waren es 331,8.

mm/fb (AFP, dpa, Reuters)

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