Russischer wissenschaftlicher Mitarbeiter wegen Spionage in Deutschland festgenommen

Deutsche Staatsanwälte sagen, ein Russe, der an einer deutschen Universität arbeitete, wurde wegen des Verdachts der Spionage festgenommen, weil er angeblich Informationen an russische Geheimdienste weitergegeben hatte

BERLIN – Ein Russe, der an einer deutschen Universität arbeitete, ist wegen des Verdachts der Spionage wegen angeblicher Weitergabe von Informationen an russische Geheimdienste festgenommen worden, teilte die deutsche Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Der nur als Ilnur N. identifizierte Verdächtige wurde am Freitag festgenommen und seine Wohnung und sein Arbeitsplatz durchsucht. Der Bundesanwalt sagte, er habe als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem naturwissenschaftlich-technischen Lehrstuhl an einer deutschen Universität gearbeitet. Sie nannten weder die Universität noch den Ort, an dem er festgenommen wurde.

Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen Oktober letzten Jahres und diesem Monat mindestens dreimal einen von der Staatsanwaltschaft nicht identifizierten russischen Geheimdienstmitarbeiter getroffen zu haben. Bei zwei dieser Treffen soll er Informationen über die Universität gegen eine unbestimmte Geldsumme übergeben haben.

Ein Richter ordnete am Samstag an, den Mann bis zu einer möglichen Anklage in Untersuchungshaft zu nehmen.

Die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau waren in den letzten Jahren angespannt. Gründe dafür sind unter anderem Vorwürfe, Russland habe 2015 das deutsche Parlament gehackt, ein Vorfall von 2019, bei dem einem Russen vorgeworfen wird, auf Befehl Moskaus einen Georgier in der Berliner Innenstadt getötet zu haben, und die Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexei Nawalny im vergangenen Jahr. Nawalny wurde zur Behandlung nach Berlin transportiert.

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