Das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2022: So geht es der deutschen Wirtschaft wirklich

Sowohl 2020 als auch 2021 waren aus wirtschaftlicher Sicht enttäuschend. Besonders die Corona-Pandemie und die damit verbundene Ressourcen-Knappheit sorgte für weniger Wirtschaftswachstum. Darüber hinaus werden der deutschen Wirtschaft weiterhin Steine in den Weg gelegt. „Deutsche Klassiker“ wie zu viel Bürokratie und fehlende unternehmerische Freiheiten sind auch heute noch die Hauptprobleme.

Außerdem müssen sich Unternehmen an Klimaschutzauflagen halten, die zusätzliche Kosten verursachen. Ein weiteres Problem liegt in der Inflation, die durch pandemiebedingte Betriebsausfälle weiter befeuert wurde. Doch was erwartet die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr? Wird 2022 eine Wende bringen? Oder wird die Wirtschaft weiterhin nur schleppend funktionieren?

Pandemiebedingt verzeichneten vor allem Unternehmen im Bereich E-Commerce sowie Online Casinos in den letzten Jahren beachtliche Gewinne. Obwohl spätestens im Frühjahr 2022 wieder weniger Restriktionen für die Menschen in Deutschland gelten werden, ist nicht davon auszugehen, dass der Boom der Online-Unterhaltung bald zum Erliegen kommen wird.

Gleiches gilt auch für Anbieter von Sportwetten, die als Gewinner aus den vergangenen zwei Jahren hervorgehen. Online-Sportwetten ist gerade beliebter denn je und obwohl man sich darüber streiten kann, welche neuen Wettanbieter die besten sind, setzt sich der Optimismus in der Branche fort. Auch der im Jahr 2021 erneuerte Glücksspielstaatsvertrag trägt hierzu bei, denn durch diesen wurde das Spielen in von deutschen Behörden lizenzierten Anbietern legalisiert.

Die Expertenmeinungen zum Wirtschaftswachstum 2022

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht für das Jahr 2022 von einem Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent aus. Damit betrachtet das Institut das neue Jahr ausgesprochen optimistisch. Ein wenig pessimistischer fällt die Meinung des IFO-Instituts aus, das lediglich ein Wachstum von 3,7 Prozent erwartet. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) prognostiziert für 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent und schließt sich hiermit der eher zurückhaltenden Meinung des IFO-Instituts an.

Welche Prognose am Ende eintreffen wird, bleibt abzuwarten. Es steht fest, dass gerade in den letzten Monaten fast alle bedeutenden Wirtschaftsforscher ihre Prognosen nach unten korrigiert haben.

Deutschlands Zukunft als Wirtschaftsmacht scheint unsicherer denn je

Fachkräftemangel, Demografie, Energiepreise, überbordende Bürokratie und hohe Steuern: die Liste der Herausforderungen, vor denen deutsche Unternehmen stehen, ist endlos. Viele der Probleme sind jedoch „hausgemacht“ und wären mit vorausschauender Politik vermeidbar gewesen.

Gerade die Energiepolitik der Bundesregierung, besonders der überstürzte Ausstieg aus der Atomenergie, führte zu höheren Stromkosten für Verbraucher und Unternehmen. Statt selbst Atomenergie in sicheren Kraftwerken zu produzieren, kauft Deutschland derzeit von seinen europäischen Nachbarn Atomenergie ein. Wie weitreichend dieses Problem ist, zeigt sich an den hohen Strompreisen im Jahr 2020, die weltweit zu den höchsten Strompreisen zählen.

Darüber hinaus entstehen durch Demografie und den damit verbundene Fachkräftemangel zunehmend langfristige Probleme. Deutschlands Bevölkerung wird nicht nur immer älter, sondern weist zusätzlich eine geringe Geburtenrate auf. Dieses Problem wird durch eine fehlgeleitete Immigrationspolitik verstärkt, die sich nicht an den Interessen der Unternehmen oder der allgemeinen Bevölkerung orientiert.

Auch Bürokratie und hohe Steuern verursachen Probleme. Viele Start-Ups entscheiden sich deshalb dazu, sich im Ausland anzusiedeln. In Zeiten der Globalisierung muss Deutschland flexibler, unbürokratischer und vor allem digitaler werden, um Wegziehen junger Unternehmer und Fachkräfte zu verhindern. Schließlich verlassen jedes Jahr mehr Menschen Deutschland – im Jahr 2019 entschieden sich 1,2 Millionen Deutsche, ihr Heimatland zu verlassen. Im Vergleich: die Zahl der Auswanderer lag im Jahr 2000 bei nur 670.000.

Globale Probleme: Lieferketten und Inflation

Wie in vielen Ländern, sorgen auch in Deutschland die Inflation und zusammenbrechende Lieferketten regelmäßig für Probleme. Gerade die Halbleiter Krise bereitet Sorgen, denn sie ließ die Autoproduktion im Jahr 2021 innerhalb der Bundesrepublik auf einen historischen Tiefstand fallen. Dementsprechend sank auch die Zahl der Neuzulassungen, die im Januar 2022 in Deutschland etwa 10 Prozent unter dem schwachen Vorjahreszeitraum lag.

Der Grund für die vielen Lieferengpässe, die nicht nur Chips umfassen, lässt sich auf heruntergefahrenen Industriekapazitäten zurückführen. Diese treffen die deutsche Wirtschaft besonders jetzt, da die vorhandenen Lagerbestände in den letzten Monaten zur neige gingen. Selbst einfache Güter wie Schrauben sind betroffen und einiger Orts nicht mehr verfügbar.

Als Folge dieser Engpässe steigt die Inflation seit 2021 jeden Monat an. Kein Wunder, denn die im Umlauf befindliche Geldmenge ist im Euro-Raum durch die fragwürdige Politik der Europäischen Zentralbank stark gestiegen, während die Volkswirtschaften in den meisten EU-Ländern 2020 stark nachgelassen haben.

Wegen der Inflation verlangen Unternehmen zunehmend höhere Preise für Produkte, um ihre Kosten decken zu können. Und was teurer wird, ist im Umkehrschluss nicht mehr so stark bei Konsumenten nachgefragt.

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