Gegen das geplante Polizeigesetz: Tausende protestieren erneut in Frankreich

Gegen geplante Polizeigesetzgebung
Tausende protestieren erneut in Frankreich

Die französische Regierung plant ein Sicherheitsgesetz, das die Verbreitung von Fotos und Filmen von Polizeieinsätzen illegal macht. Tausende Menschen protestieren dagegen. Nach schweren Unruhen am vergangenen Wochenende wurden diesmal auch mehr als hundert Personen festgenommen.

Tausende Franzosen versammelten sich zum dritten Mal in Folge, um gegen das vorgeschlagene Sicherheitsgesetz zu protestieren. Nach den schweren Unruhen vor einer Woche verliefen die Proteste in der Hauptstadt Paris und anderen Städten weitgehend friedlich. Nach Angaben der Organisatoren marschierten etwa 10.000 Demonstranten in Begleitung einer großen Polizeipräsenz durch die Straßen von Paris. Innenminister Gérald Darmanin sagte, 119 Personen seien festgenommen worden.

In Lyon, wo laut Behörden 2.000 Demonstranten an den Protesten teilnahmen, verwendeten Sicherheitskräfte Tränengas. Es gab auch kleinere Kundgebungen in Montpellier, Straßburg, Lille, Toulouse und Marseille. Am vergangenen Wochenende wurden die Proteste in Paris schnell zu Gewalt. Dutzende Sicherheitskräfte wurden verletzt.

Mit dem erlassenen „umfassenden Sicherheitsgesetz“ will die Regierung von Präsident Emmanuel Macron die Verbreitung von Fotos oder Filmen von Polizeieinsätzen zu einer Straftat machen, wenn dies die „physische oder psychische Integrität“ einzelner Beamter gefährdet. Mit dem Gesetz will die Regierung die Rettungsdienste besser schützen. Kritiker hingegen sehen die Pressefreiheit als bedrohlich an und befürchten eine „saubere Rechnung“ für gewalttätige Polizisten.

Angesichts der Proteste gegen das Gesetz hat die Regierungsmehrheit im Parlament nun angekündigt, das umstrittene Filmverbot im Sicherheitsgesetz zu überprüfen. Es ist jedoch noch nicht genau bekannt, wie der Artikel geändert wird.

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